ÜBER DIE GRENZE : ÜBER DIE GRENZE

Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass der Potsdamer Platz, einer der pulsierenden Orte der Stadt, vor nicht mal 22 Jahren eine trostlose Wüste war. Für die Grenzposten muss der Blick besonders langweilig gewesen sein: In der Ferne nur das alte Weinhaus Huth, das letzte Gebäude am Platz, das von der ursprünglichen Bebauung übrig geblieben war, und links daneben schemenhaft die Scharoun’sche Philharmonie. Der dunkle Fleck unterhalb des Weinhauses, das in die neue Bebauung der Alten Potsdamer Straße integriert wurde, ist der Sockel des seit 1951 geplanten, doch nie vollendeten Denkmals für den 1919 ermordeten Arbeiterführer Karl Liebknecht. Der Sockel wurde im Zuge der Neugestaltung des Platzes 1995 abgebaut und erst sieben Jahre später wieder aufgebaut. Die Stresemannstraße links neben dem abgerundeten Neubau im Vordergrund führt übrigens genau zum Askanischen Platz, wo der Tagesspiegel 2009 sein neues Verlagshaus bezogen hat.

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