• Überfälle in Neukölln, Mitte und Kreuzberg: Couragierte Verkäufer treiben Täter in die Flucht

Überfälle in Neukölln, Mitte und Kreuzberg : Couragierte Verkäufer treiben Täter in die Flucht

Bei drei Überfällen ließen sich Verkäufer am Samstagabend nicht einschüchtern. Sie trieben die Täter in die Flucht. Nur in einem Neuköllner Supermarkt machte ein Räuber-Duo Beute.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Mit Macheten, Messern oder Pistolen bewaffnet haben Räuberbanden am Samstagabend vier Geschäfte in Mitte, Neukölln und Kreuzberg überfallen. Aber nur in einem Supermarkt im Neuköllner Ortsteil Buckow konnten sich die Täter Geld aneignen und entkommen. Bei drei weiteren Überfällen flohen sie ohne Beute, nachdem sich die bedrohten Verkäufer nicht einschüchtern ließen und Widerstand leisteten.

Am Buckower Damm in Buckow hatten sich zwei Täter in einem Supermarkt nach Ladenschluss unbemerkt einschließen lassen. Gegen 22 Uhr bedrohten sie dann zwei Angestellte des Discounters mit Pistolen und öffneten mit einem Trennschleifer einen Geldbehälter. Anschließend ergriffen sie mit einem Pkw die Flucht, in dem bereits zwei Komplizen auf sie warteten. Eine 59-jährige Angestellte erlitt bei dem Überfall einen Schock und kam in eine Klinik.

Die Täter stießen eine Frau zu Boden und besprühten ihre Kollegin mit Reizgas

Im Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte stürmten drei maskierte Männer mit Macheten und Messern bewaffnet kurz vor 21 Uhr einen Lebensmittelmarkt an der Drontheimer Straße. Sie stießen eine Verkäuferin zu Boden und besprühten deren Kollegin mit Reizgas. Doch trotz der brutalen Attacke weigerten sich die Frauen, ihnen die verlangten Tageseinnahmen auszuhändigen. Das schüchterte die Räuber ein, sie rannten ohne Beute weg.

Wenig später beobachteten Zeugen vier Jugendliche, die sich in einem Hausflur an der Koloniestraße auffällig umzogen und eine Machete dabei hatten. Er alarmierte den zuständigen Polizeiabschnitt 36, dessen Beamte das Quartett vorläufig festnahmen. Zwei der vier 14 bis 17 Jahre alten Tatverdächtigen sind laut Polizei "kiezorientierte Mehrfachtäter".

Mit einem Stock ging ein Angestellter auf die Räuber los

Auch in Kreuzberg scheiterten Räuber am couragierten Widerstand des Verkaufspersonals. Gegen 21.45 Uhr stürmten drei Maskierte einen Spätkauf an der Körtestraße, brüllten "Überfall!" und gingen mit Messern auf den 52-jährigen Inhaber zu. Doch dieser griff nach einer Reizgasdose, besprühte die Täter und trieb sie zur Flucht.

Etwa eine halbe Stunde später betraten zwei mit Messern bewaffnete Männer einen Spätkauf an der Grimmstraße und forderten von einem 39-jährigen Angestellten Geld. Auch dieser widersetzte sich, er ließ sich selbst durch mehrere Stichbewegungen in seine Richtung nicht einschüchtern. Stattdessen ergriff er kurzentschlossen einen Stock und ging damit auf das Räuber-Duo los. Zusammen mit zwei Komplizen, die vor dem Laden gewartet hatten, rannten die beiden davon.

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