Berlin : Überfall am Kurfürstendamm: Polizei zweifelt Tathergang an

Nach dem Überfall auf einen 23-Jährigen am U-Bahnhof Kurfürstendamm haben die Ermittler Zweifel an der bisherigen Schilderung des Tathergangs. Die kurz nach dem Überfall vom Opfer – möglicherweise unter Schock – geschilderte Version, sei „nicht in allen Punkten schlüssig“, hieß es bei der Polizei. Zudem gebe es bislang keine Sequenz aus den Überwachungsvideos, auf der die Tat zu sehen ist, sagte ein Ermittler. Auch Polizeipräsident Dieter Glietsch verhielt sich am Montag im Innenausschuss zurückhaltend. Er betonte, dass alle Informationen zu der Tat und den Angreifern bislang nur vom Opfer stammten. Die Nachfrage des CDU-Abgeordneten Robbin Juhnke nach dem angeblichen Migrationshintergrund der Tatverdächtigen brachte den innenpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Benedikt Lux, in Rage. Er warf ihm latente Ausländerfeindlichkeit vor und musste zur Ordnung gerufen werden.

Ein Ermittler sagte, das Opfer werde erneut vernommen, sobald sein Gesundheitszustand dies zulässt. Es hatte ausgesagt, Sonnabend früh auf dem U-Bahnhof Kurfürstendamm von sieben Unbekannten angegriffen worden zu sein. Einer soll den Mann gefragt haben, ob er eine Zigarette habe. Als er verneinte, sei ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Danach sei er gewürgt, geschlagen und getreten worden. Bevor sie ihm das Geld raubten, hätten sie ihm mit einem Stock gegen die Stirn gehauen. Der 23-Jährige fuhr dann per Taxi in eine Klinik.

Bislang keine Zweifel hat die Polizei am Ablauf eines Überfalls, der sich in der Nacht zu Montag in Alt-Hohenschönhausen ereignete. Auch hier wurde das Opfer, 42 Jahre, in der Wollenberger Straße von einem Fremden nach einer Zigarette gefragt. Noch bevor es antworten konnte, sei es zu Boden geschlagen worden. Der Täter habe weiter brutal auf den am Boden Liegenden eingeschlagen, bevor er mit dessen Wertsachen flüchtete. Er erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch und ein Schädelhirntrauma. tabu/jra

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