Überfall auf Amtsgericht : 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Nach dem bewaffneten Überfall auf das Amtsgericht in Berlin-Lichterfelde hat die Staatsanwaltschaft 10.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Aufklärung ausgesetzt. Drei Männer hatten im November knapp 140.000 Euro erbeutet.

Berlin - Von den Tätern gebe es bislang keine heiße Spur, sagte Sprecher Michael Grunwald am Dienstag. Drei Maskierte hatten am 1. November des Vorjahres eine Immobilienversteigerung in der Zweigstelle des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg in der Ringstraße gestürmt und 138.000 Euro erbeutet.

Die Täter versetzten die etwa 50 Besucher in Angst und Schrecken und zwangen sie, sich auf den Boden zu legen. Sie ließen sich 128.000 Euro in bar und 10.000 Euro in Schecks in eine Plastiktüte packen. Das Geld war von mitbietenden Interessenten bereits am Richtertisch hinterlegt worden. Die Täter entkamen unerkannt. Zur Flucht nutzten sie möglicherweise einen schwarzen Mercedes der A-Klasse. Bei dem Überfall wurde niemand verletzt.

Staatsanwaltschaft Berlin und Kriminalpolizei fragen: Wer hat die Tat oder die Flucht der Täter beobachtet? Hinweise, die in begründeten Fällen auch vertraulich behandelt werden, nehmen das Landeskriminalamt Berlin LKA 441 unter (030) 4664 944113, und die Staatsanwaltschaft Berlin unter (030) 9014 2799 entgegen.

Bei der Auktion war ein Einfamilienhaus in Zehlendorf zwangsversteigert worden. Dabei musste die übliche Summe von zehn Prozent des Verkaufswertes der Immobilie von allen Mitbietern hinterlegt werden. Zwangsversteigerungen finden zuweilen mehrere Male am Tag statt. Sie sind öffentlich und werden in der Zeitung und im Internet bekannt gegeben.

Als Konsequenz aus dem bundesweit ersten Raubüberfall auf eine Zwangsversteigerung sollen Auktionen nach dem Willen von Berlins Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) künftig ohne Bargeld abgewickelt werden. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wolle einen entsprechenden Gesetzentwurf vorbereiten, hatte Berlins Senatorin angekündigt. (tso/dpa)

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