Berlin : Überfall aus verletzter Ehre: Opfer ist untergetaucht

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Der 18jährige Kongolese, der am Montag von Mitgliedern eines kurdisch-libanesischen Familienclans aus verletztem Ehrgefühl überfallen und geschlagen worden war, ist aus Angst vor weiteren Überfällen untergetaucht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er unter Polizeischutz steht. Details wollte die Polizei dazu gestern aber nicht nennen.

Wie berichtet, sind der 43-jährige Adnan F., seine 19-jährige Tochter sowie der 34-jährige Bruder Imad F. in die Moabiter Wohnung des 18-Jährigen eingedrungen: Sie schlugen ihn und drohten, ihn umzubringen, weil er ein Verhältnis mit der 15-jährigen Tochter der kurdisch-libanesischen Familie haben soll. Damit habe er in ihren Augen die „Familienehre beschmutzt“. Das Opfer bestritt in seiner Todesangst, der Freund des Mädchens zu sein, weswegen die Tatverdächtigen zunächst von ihm abließen. Das Mädchen, das derweil in der Wohnung einer Verwandten festgehalten wurde, schwieg. Deshalb wurde sie von einem der Tatverdächtigen, ihrem Onkel Imad F., mehrfach geschlagen. Nach Tagesspiegel-Informationen hatten sich die 15-Jährige und der Kongolese auf einem „Multi-Kulti-Fest“ kennen gelernt und heimlich ein Verhältnis angefangen.

Nachdem der 18-Jährige Anzeige erstattet hatte, wurden die drei Tatverdächtigen verhaftet. Das Mädchen wurde aus der Familie genommen und in die Obhut des zuständigen Jugendamtes gegeben. Der Jugendstadtrat war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen. Viele Mitglieder der Großfamilie, der sie angehören, sind der Polizei durch „kriminelle Machenschaften aller Art“ bekannt, wie es hieß. tabu

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