Berlin : Überfall im Club „90 Grad“: Polizei ist Tätern auf der Spur

Tanja Buntrock

Nach dem Raubüberfall auf den Geschäftsführer der Diskothek „90 Grad“, Thomas Aichele, hat die Polizei eine konkrete Spur. „Wir sind sehr nah dran an den Tätern“, sagte ein Polizeisprecher. Die drei Männer sollen nach Tagesspiegel-Informationen arabischstämmig und „in der Stadt als Schläger“ bekannt sein.

Der Zustand des Geschäftsführers ist noch immer bedrohlich. „Er liegt mit einem Schädelbasisbruch auf der Intensivstation und ist nicht ansprechbar“, sagte Nils Heiliger, Inhaber des Szene-Clubs in der Schöneberger Dennewitzstraße.

Die drei Männer hatten sich – wie berichtet – am Sonntag früh gegen 5 Uhr am Getränkelager neben dem Club zu schaffen gemacht. Als ein Mitarbeiter dies bemerkte, rief er Geschäftsführer Aichele dorthin. Einer der Täter habe Aichele „einen Karate-Tritt an den Kopf verpasst“, sagt Heiliger, der selbst nicht beim Überfall dabei war, sich aber bei den Mitarbeitern informiert hat. Nachdem die drei jungen Männer noch einen Pflasterstein in Richtung eines Mitarbeiters geworfen hatten, seien sie in einem Mercedes weggefahren. „Die sind völlig ausgetickt“, sagt Heiliger. Erst Anfang Juli hatten Einbrecher in genau seinem Getränkelager mehrere Kisten Champagner und andere Alkoholika gestohlen. „Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang, und die Täter sind dieselben“, sagt Heiliger. Der Chef gesteht, dass die Männer es leicht hatten, in das Lager einzudringen: Da Brandstifter das „90 Grad“ Mitte Mai angezündet hatten, konnte der Club erst einmal nur provisorisch wiedereröffnet werden. „Deswegen ist das Getränkelager auch nur ein Container, der „nicht richtig gesichert war, weil die Mitarbeiter zwischen Club und Lager hin- und herlaufen müssen“, sagt Heiliger. Ab kommender Woche wird der Club erst einmal für grundlegende Bauarbeiten schließen. Am 1. Oktober soll das „90 Grad“ wieder geöffnet sein.

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