Überlastung : Stress mit dem Berlin-Pass: Bezirke schließen Bürgerämter

Die Nachfrage nach dem Berlin-Pass, mit dem Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger Ermäßigungen erhalten, ist so groß, dass die Bürgerämter die Arbeit kaum noch bewältigen können.

Die Mitarbeiter in den Berliner Bürgerämtern brauchen eine Pause – um liegengebliebene Arbeit wegzuschaffen. Seit dem 1. Januar sind die Bürgerämter für die Ausstellung des Berlin-Passes zuständig, mit dem Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger in Freizeit- und Kultureinrichtungen Ermäßigungen erhalten. Die Nachfrage sei jedoch so groß und binde so viel Personal, „dass wir die Arbeit nicht mehr bewältigen können“, sagt Oliver Schworck (SPD), Stadtrat für Bürgerdienste in Tempelhof-Schöneberg.

Auch in Reinickendorf hat sich durch die Pass-Ausgabe die Situation „dramatisch zugespitzt“, wie der dortige Stadtrat Thomas Ruschin (CDU) berichtet. „Zu viel Arbeit, zu wenig Leute,“ bringt Ruschin es auf den Punkt. Dies führe zu langen Wartezeiten und beeinträchtige die Qualität der Amtsarbeit.

Um die Aktenstapel abarbeiten zu können, schränken nun die Bürgerämter in Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf und Spandau vorübergehend ihre Öffnungszeiten ein. Das Abholen fertiger Dokumente ist aber an allen Standorten möglich, auch bereits vereinbarte Termine werden bedient. Das Amt im Rathaus Schöneberg schließt vom 16. bis 18. Februar, das Amt im Rathaus Tempelhof ist vom 23. bis 25. Februar und das Bürgeramt Lichtenrade vom 2. bis 4. März zu. Das mobile Bürgeramt Marienfelde bleibt „bis auf Weiteres“ geschlossen.

Das Amt im Rathaus Reinickendorf bleibt am heutigen Freitag geschlossen, ab kommendem Montag, den 16. Februar, wird wieder normal gearbeitet. Das Bürgeramt Märkisches Viertel/Fontanehaus ist vom 16. bis 20. Februar, also die gesamte kommende Woche zu, das Bürgeramt Tegel schließt vom 23. bis 27. Februar und das Bürgeramt Heiligensee vom 2. bis 6. März.

In Spandau sind die Bürgerämter in Wasserstadt und in Kladow noch bis einschließlich Montag, den 16. Februar, zu. Grund der Schließung sind hier neben dem Berlin-Pass auch „jahreszeitübliche Krankheiten“. Das Amt im Rathaus Spandau bleibt uneingeschränkt geöffnet. Allerdings muss mit großem Andrang und Wartezeiten gerechnet werden. J.O.

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