Berlin : Überprüfung von Ärzten: Regressforderungen nicht belegbar

Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Überprüfung von Ärzten, die 1998 ihre Ausgabengrenzen für Arznei- und Heilmittel überschritten haben, droht offenbar zu scheitern. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) bestätigte am Donnerstag, dass eine Reihe hauptstädtischer Krankenkassen nicht in der Lage seien, ihre Regressforderungen gegenüber Ärzten zu belegen.

Häufig seien Ärzten falsche Rezepte zugeordnet worden. Mediziner, die in ihrer Praxis keine oder nur wenig Arzneimittel verschreiben, wurden teilweise mit erheblichen Verordnungskosten konfrontiert, wie eine KV-Sprecherin sagte. Nach KV-Ansicht ist angesichts dieser unzureichenden Beweislage eine rechtssichere so genannte Richtgrößenprüfung nicht möglich, weil ein Regress nur bei nachgewiesener Überschreitung zulässig ist. Jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen wären die Folge.

Zurzeit ist nicht abzusehen, wie viele Ärzte von falsch verbuchten Kosten betroffen sind, teilte die KV mit. Bei einer Zufallsstichprobe von 36 Ärzten stellte sich heraus, dass in keinem Fall die von den Kassen genannten Verordnungsausgaben mit den dazu gelieferten Rezepten übereinstimmten. Zum Teil konnten nach KV-Angaben bis zu 72 Prozent der Kosten nicht belegt werden.

Ärzte müssen sich rückwirkend einer Prüfung unterziehen, wenn sie die festgelegten Richtgrößen um 15 Prozent überschritten haben. Bei einer Überziehung um 25 Prozent und mehr müssen die Ärzte die darüber liegenden Kosten selbst bezahlen.

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