Berlin : „Überreagiert“: Geldstrafe für Beamten

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Ein Bundesgrenzschutzbeamter vom Bahnhof Zoo ist am Mittwoch in Berlin wegen Körperverletzung im Amt zu einer Geldstrafe von 6300 Euro verurteilt worden. Der 48Jährige hatte im November 2003 einer 25-jährigen in Polizeigewahrsam genommenen Frau im Vernehmungsraum am Bahnhof Friedrichstraße Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, weil sie nicht sitzen bleiben wollte. Dies gehe weit über das hinaus, was der Beamte habe tun dürfen, hieß es im Urteil. Es hätte mildere Mittel gegeben, der renitenten, stark alkoholisierten und widerspenstigen Person Herr zu werden. Der Angeklagte hatte die Aufgabe, auf die Geschädigte und zwei andere Personen aufzupassen. Weil die Frau unruhig war, hatte man sie bereits an den Stuhl gefesselt. Dennoch versuchte sie immer wieder, den Raum zu verlassen, um zu ihrem Freund im Nachbarraum zu gelangen.

Vor Gericht räumte der 48-Jährige ein, „überreagiert“ zu haben. „Sie wollte immer wieder aus dem Raum raus und zu ihrem Freund. Das Spiel wiederholte sich immer wieder. Irgendwann hat es mir gereicht“, sagte der Beamte. Er nahm die Geldstrafe an. ddp

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