Berlin : Übung macht den Retter

BVG schult Personal für den Brandfall in der U-Bahn

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Die BVG hat ihr gesamtes UBahn-Personal jetzt für den Brandfall geschult. Alle 1800 Angestellte, die in Zügen oder auf Bahnsteigen arbeiten, haben eine Feuerschutz-Übung in der Trainingsanlage unter dem Bahnhof Jungfernheide absolviert. Damit reagierte das Unternehmen auf die Kritik am Verhalten ihres Personals beim Großfeuer im Bahnhof Deutsche Oper vor fünf Jahren. Damals hatten die BVG-Mitarbeiter nichts unternommen, um die etwa 300 Fahrgäste, die hilflos auf einem Bahnsteige ohne Ausgang standen, ins Freie zu leiten.

Eine Übung von Feuerwehr und BVG unter Aufsicht des Landesamtes für Arbeitsschutz im unbenützten Teil des Bahnhofs Jungfernheide zeigte gestern, dass im Brandfall nur sofortige Flucht hilft. Denn bis die Feuerwehr an einer brennenden U-Bahn eintrifft, vergehen 15 bis 20 Minuten. Bis dahin wären die Fahrgäste erstickt. Deshalb trainiert die BVG ihre Fahrer darauf, auch mit einem brennenden Waggon bis in den Bahnhof zu fahren und nie auf freier Strecke stehen zu bleiben. Zudem müssen die Fahrgäste über Lautsprecher beruhigt und informiert werden. „Im Idealfall führt die BVG aus dem Bahnhof ins Freie“, sagte Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke gestern. Nur wenn der Strom ausfällt und die Bahn im Tunnel stoppt, müssen Fahrgäste über die Gleise zu einem Notausstieg geführt werden – das ist in dichtem Rauch sehr schwierig. Für solche Übungen hat die BVG vor zwei Jahren die Übungsanlage in dem toten Tunnel gebaut und dort einen alten Zug aufgestellt. Dort kann mit realistischer Rauchentwicklung die Evakuierung geübt werden.

Pläne aller Bahnhöfe in Berlin sind im Feuerwehr-Computer gespeichert. So wissen die Retter sofort, wie viele Ausgänge oder Fluchtwege es gibt. Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung hatte die BVG alle Stationen mit Rettungsloren ausgerüstet. Mit den Loren können Verletzte wie auch Material schnell über die Gleise transportiert werden. Bislang hatten Züge nie im Tunnel, sondern immer in Bahnhöfen gebrannt. Ha

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