Berlin : Um 12 Uhr bleiben alle Busse stehen BVG und S-Bahn gedenken der Maueropfer

Wenn am kommenden Sonnabend plötzlich die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der BVG stehen bleiben, dann geschieht das mit Absicht. Das Verkehrsunternehmen beteiligt sich an der Schweigeminute zum 50. Jahrestag des Mauerbaus. Die Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer und die Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft rufen gemeinsam mit dem Tagesspiegel dazu auf, am 13. August um 12 Uhr der Folgen und der Opfer des Mauerbaus zu gedenken.

Kurz vor 12 Uhr soll die Leitstelle der BVG die Fahrer informieren, innerhalb von drei Minuten die nächste Haltestelle anzufahren und eine Minute zu stoppen, sagte ein Sprecher. Ebenfalls soll es Durchsagen in den Zügen für die Fahrgäste sowie auf den U-Bahnhöfen geben. Auf den elektronischen Anzeigen soll ein entsprechender Text die Leute über die Schweigeminute aufklären. „Beim Mauerbau war die BVG das Unternehmen, das ins Mark getroffen wurde. Zum Teil kamen nicht einmal die Busse zurück“, sagt Chefin Sigrid Evelyn Nikutta. Züge aus West-Berlin fuhren jahrelang durch Geisterbahnhöfe unter dem Ostteil der Stadt hindurch. Nach dem Mauerfall sei die BVG das Unternehmen gewesen, das umgehend dazu beigetragen habe, die Teilung schnell zu überwinden, sagt Nikutta. Schon am ersten Tag danach hätten Züge die Grenzen passiert. Noch einen Tag später hielten auch wieder Züge der U 8 am Bahnhof Jannowitzbrücke, auf der Mittelebene hatte die DDR eine Passkontrolle errichtet.

Auch die S-Bahn will sich der Schweigeminute anschließen. „Um 12 Uhr werden wir in den Zügen und auf den Bahnhöfen eine Durchsage machen und die Leute darüber informieren“, sagte ein Bahnsprecher. Ob die Züge wie bei der BVG auch halten werden, sei noch unklar. spa

„Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin“; eine Dauerausstellung mit vielen Fotos, Grafiken und Geschichten – im S-Bahnhof Nordbahnhof, Eintritt frei.

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