Umbau : Umweltministerium wird teurer und Jahre später fertig

Der künftige Dienstsitz des Bundesumweltministeriums an der Stresemann-Straße in Mitte wird 20 Millionen Euro teurer als geplant. Erst im kommenden Jahr soll der Umzug erfolgen.

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Statt der ursprünglich vorgesehenen rund 48 Millionen Euro beziffert der Bund die Kosten jetzt mit etwa 67 Millionen Euro. Die zusätzlichen Mittel seien bereits im Haushaltsplan eingestellt, sagte eine Sprecherin des Bauministeriums. Die letzten zwei Millionen Euro für einen Umbau seien im November vergangenen Jahres bei einer „Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses zum Haushalt 2010“ freigegeben worden.

Das Bauministerium hatte sich bei der Planung schlicht verrechnet: Bei der Ausschreibung der Aufträge seien die Kosten höher gewesen, als man erwartet hatte. Ins Kontor habe außerdem die Anhebung der Mehrwertsteuer im Jahr 2007 geschlagen. Hinzu seien schließlich Probleme mit dem Baugrund gekommen und Mehraufwand für die Sanierung des vorhandenen Altbaus, der um ein neues Gebäudeteil ergänzt wird.

Im August vor fünf Jahren hatte der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) den ersten Spatenstich für das Ensemble aus Alt- und Neubau gesetzt. Die auf dem Grundstück stehenden Segmente der Berliner Mauer wurden erhalten und in den Neubau integriert. Ursprünglich wollten die Bundesbediensteten bereits vor zwei Jahren vom Alexanderplatz in ihren neuen Dienstsitz umziehen. Nun soll der Umzug im kommenden Jahr erfolgen – mit dreijähriger Verspätung.

Der Bundesumweltministerium zieht in das frühere DDR-Landwirtschaftsministerium an der Stresemannstraße 128. Daneben entsteht nach Entwürfen des Architekten Jürgen Pleuser ein Neubau mit sechs Stockwerken. Die Mauerreste, bunt bemalte 18 Meter lange Betonsegmente, sollen für die Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich bleiben – dank einer großen Glasfassade. Sie werden Bestandteil des zentralen Informations- und Ausstellungsraumes des Bundesumweltministeriums.

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