Umbenennung : Bahnhof Naturkundemuseum lässt auf sich warten

Das Naturkundemuseum an der Invalidenstraße in Mitte muss noch ein Jahr warten, ehe der wenige hundert Meter entfernte U-Bahnhof Zinnowitzer Straße an der U 6 (Alt-Tegel–Alt-Mariendorf) in Naturkundemuseum umbenannt wird.

Klaus Kurpjuweit
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Neuer Name mit Verspätung. Eigentlich ist alles geregelt, dass der U-Bahnhof Zinnowitzer Straße nach dem nahegelegenen...Foto: Doris Spiekermann-Klaas

 Abstimmungsprobleme hätten verhindert, den Namen schon in diesem Jahr zum Fahrplanwechsel im Dezember zu ändern, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Intern sei man sich bei der BVG einig, den Namenswechsel vorzunehmen. Angaben, die BVG habe sich hinter den Kulissen dagegen gewehrt, weil eine Namensänderung mit hohen Kosten verbunden sei, wies Reetz als unbegründet zurück.

Eine Großteil der Kosten, die öffentlich nicht beziffert werden, will das Werbeunternehmen Wall übernehmen. Es soll dem Naturkundemuseum auch eine Wand im Bahnhof überlassen, auf der das Museum für sich werben kann. Bedingung für die Namensänderung war seitens der BVG, dass das Museum bereits im Bahnhof erkennbar wird. Pläne, die Wand aufzubohren, um hinter den Gleisen Vitrinen mit Ausstellungsstücken aus dem Museum unterbringen zu können, waren zu teuer und wurden verworfen. Jetzt ist ein großformatiges Foto vorgesehen, das sich fast die gesamte Wand im Bahnsteigbereich entlangziehen soll. Feste Zusagen des Museums, dass diese Pläne umgesetzt werden können, gebe es bisher aber nicht, sagte Reetz.

Schon seit Jahren versucht das Museum, die Station umbenennen zu lassen. Anders als bei den Bahnhofsnamen von Politikern der DDR, die nach der Wende schnell getilgt worden waren, tun sich der Senat und die BVG mit anderen Änderungen schwer. Dem Namen Naturkundemuseum stimmte der Senat nach anfänglichem erneuten Widerstand erst 2007 zu. Abgelehnt hat er dagegen eine Station Freie Universität, wofür der Bahnhof Thielplatz an der U 3 vorgesehen war. Auch der Wunsch von Bewohnern der Hufeisensiedlung, den Bahnhof Parchimer Allee (U 7) nach dem Weltkulturerbe zu benennen, blieb unerfüllt. Dagegen durfte 2003 die Station Seidelstraße der U 6 zur Otisstraße mutieren, weil die Kosten dafür der Aufzughersteller Otis übernommen hatte. 

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