Umdenken nach Amoklauf : Europaschulen verzichten auf Sportschießen

Vor dem Hintergrund der Bluttat von Winnenden wird beim Pokal der Europaschulen am 7. Mai auf das Sportschießen verzichtet. Dies teilte die Bildungsverwaltung mit. Auch das geplante Fechten findet nicht statt.

Susanne Vieth-Entus

„Die Katharina-Heinroth-Schule und der Berliner Verband für Modernen Fünfkampf haben sich darauf verständigt, dass die Schüler nur einen Zweikampf bestreiten“, sagte Verwaltungssprecher Kenneth Frisse. Die Grundschüler werden also nur Schwimmen und Laufen. Bildungs-Staatssekretärin Claudia Zinke hat die Schirmherrschaft übernommen.

Im Vorfeld hatten sich einige Eltern gewundert, dass beim Wettkampf geschossen werden sollte. Nicht allen reichte es, dass das Mindestalter auf zwölf Jahre festgelegt wurde. Pro Schüler sollten mit einer Luftdruckpistole fünf Schuss abgegeben werden.

Der Leiter der Heinroth-Grundschule, René Friedrich, betonte, dass der Wettkampf lange vor Winnenden geplant gewesen sei. Auch in der Gesamtelternvertretung habe es „Nachfragen“ gegeben. Diese Bedenken – auch in der Bildungsverwaltung – haben nun offenbar zum Umdenken geführt. Allerdings wird das Fechten und Schießen nicht vollständig aus der Veranstaltung gestrichen: Nachwuchsathleten der Poelchau-Oberschule, einer Eliteschule des Sports, werden alle Fünfkampf-Sportarten, also auch Schießen, präsentieren, um den Grundschülern einen Eindruck vom Fünfkampf zu vermitteln. Neben der Heinroth-Schule (Polnisch) nehmen auch die Europaschulen Aziz-Nesin (Türkisch), Herman Nohl (Italienisch) und Charles Dickens (Englisch) teil. Im Vorfeld der Entscheidung hatten schon Neuköllns Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) sowie die Abgeordneten Steffen Zillich (Linkspartei) und Özcan Mutlu (Grüne) Bedenken über den Schieß-Wettkampf geäußert. 

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