UMFRAGE : Wie hat die Einheit Ihr Leben verändert?

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Franka Silberstein

, Designerin: „Ich wohnte schon vor der Wende am Kollwitzplatz. Mit der Einheit setzte eine rasante Preisentwicklung um mich herum ein, es gab einen Glättungs- und Sanierungsprozess. Das hat mir meinen Kollwitzplatz fremd gemacht.“

Renate Bischke, selbstständig: „Es hat sich vieles verändert – positiv und negativ. Ich komme aus West-Berlin. Einerseits ist alles offener, man kommt einfach raus aus der Stadt. Auch die kulturellen Angebote sind sehr viel mehr geworden. Andererseits steigen die Mieten, und die alternative Szene wird zurückgedrängt.“

Wladimir Kaminer, Schriftsteller: „Ich bekam endlich die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen – und blieb dann doch in Ost-Berlin stecken. Da war’s dann aber auch richtig schön.“

Andreas „Zecke“ Neuendorf, Fußballspieler: „ Seit der Wende habe ich einen viel größeren Freundeskreis bekommen, für den ich sehr dankbar bin. Menschen, die ich nie mehr missen möchte!“

Jochen Busse, Kabarettist: „Durch die Wiedervereinigung hat sich für mich eine Menge verändert! Ich stellte fest, dass das politische Kabarett für eine Weile nicht gefragt sein würde – denn mit der Mauer waren auch die Ideologien gefallen. Das Spiel mit Weltanschauungen, das ist es ja, was beim Kabarett den Reiz ausmacht. Und weil der verloren war, habe ich erst mal 15 Jahre lang was anderes gemacht.“

Anouschka Renzi, Schauspielerin: „Ich lebte früher in Paris und war etwas geschockt, als ich nach Berlin zurückkam. Eine völlig andere Stadt. Als West-Berlinerin fand ich die Veränderungen eher mittelprächtig. Heute bin ich froh über die Einheit.“

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister: „Fast alles hat sich verändert. Eine neue Zeit war angebrochen. Spannend und schwierig zugleich – aber voller Glücksgefühl.“ JaHa/J.O./as

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