Umfrageergebnisse : CDU mit Grünen gleichauf

Laut Umfrage hätte die SPD die Wahl, mit wem sie regieren will. Die Spitzenkandidatin der Grünen Renate Künast verliert an Stimmen.

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Der Erfolg der Piratenpartei zeigt, welche politische Dynamik die digitale Revolution, das Internet und die sozialen Netzwerken in sich bergen. Die etablierte Politik tut sich damit extrem schwer.Weitere Bilder anzeigen
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07.09.2011 10:07Der Erfolg der Piratenpartei zeigt, welche politische Dynamik die digitale Revolution, das Internet und die sozialen Netzwerken in...

Die Wahl hat begonnen. Mehr als 9000 Berliner beantragten bereits Briefwahlunterlagen, weil sie nicht bis zum 18. September warten wollen. Wo sie ihr Kreuzchen machen, ist geheim, aber die Meinungsumfragen lassen Trends erkennen, die vor allem den Grünen nicht gefallen. Ihre Werte, die nach der Katastrophe in Fukushima in Berlin auf 30 Prozent stiegen, nähern sich nun der 20-Prozent-Marke. Im Ostteil der Stadt liegen sie sogar darunter. Die CDU hat wieder Chancen, den Grünen bei der Wahl den zweiten Platz streitig zu machen.

Die Meinungsforscher von Infratest dimap veröffentlichten jetzt im Auftrag von RBB und „Berliner Morgenpost“ folgende Zahlen: 31 Prozent für die SPD, je 22 Prozent für Grüne und CDU, 12 Prozent für die Linken, 4 Prozent für die FDP und 3 Prozent für die Piraten. Seit Anfang Juli gab es fünf Sonntagsfragen verschiedener Institute. Drei von ihnen sahen Union und Grüne Kopf an Kopf. „Wir sind im Aufwind“, freut sich CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel. „Und das gegen den Bundestrend.“ Er rechnet mit einer spannenden Schlussphase des Wahlkampfs und will die CDU als „einzige bürgerliche Alternative neben den drei linken Parteien“ profilieren.

Der Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann nimmt den Meinungstrend in Berlin ebenfalls ernst. „Wir sehen den Ernst der Lage und nehmen die Herausforderung an“, sagt er. Die Grünen müssten den Wahlkampf „stärker zuspitzen und deutlicher machen, was die Partei will“. Dagegen kann Wowereit mit der politischen Stimmungslage in der Stadt derzeit zufrieden sein. Der Abstand zu Grünen und CDU wächst stetig, die Linke ist abgeschlagen. Das Ziel der Sozialdemokraten: Ein Wahlergebnis, das ein Bündnis zwischen Union und Grünen schon rechnerisch verhindert. Dann wäre der Weg frei für Rot-Grün. Oder wenn die Umweltpartei aus Sicht der Sozialdemokraten aufmuckt, notfalls für Rot-Schwarz. Für eine dritte Auflage von Rot-Rot ist eine Mehrheit wenige Wochen vor der Wahl nicht in Sicht.

Die Grünen wollen mit Künast ins Rote Rathaus einziehen. Doch seitdem die Bundespolitikerin den Landesverband durch den Wahlkampf führt, sinkt monatlich dessen Performance. Vor allem im Osten der Stadt. Dort würden bei einer Direktwahl 62 Prozent Wowereit wählen, 20 Prozent hingegen Künast. Stadtweit sagen 12 Prozent der Wähler, sie passe besser zu Berlin. Bei Wowereit sind es 70 Prozent. 17 Prozent finden sie sympathischer, 60 Prozent ihn. Wowereit gilt mit Abstand als die stärkere Führungspersönlichkeit und mit den Problemen der Bürger besser vertraut.

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