Berlin : Ums Leben

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VON TAG ZU TAG

Werner van Bebber über Autos

und Motorräder als tödliche Waffen

Vom schnellen Fahren verstehen nicht die Rennfahrer am meisten, sondern Notärzte, Polizisten und Feuerwehrleute. Die wissen, wie zu schnelles Fahren endet, wenn einer die Kontrolle verliert und auf der Strecke bleibt. Zweimal ist das in Berlin an diesem Wochenende passiert. Ein Motorradfahrer kam bei einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben. Erst sah es aus, als habe mal wieder ein Autofahrer nicht aufgepasst; später stellte sich heraus, dass der 25 Jahre alte Biker kurz vor dem Unfall scharf beschleunigt hatte und der Autofahrer dies nicht einschätzte. Noch irrer die zweite Todesfahrt: Am frühen Sonntagmorgen kam ein 20 Jahre alter junger Mann mit seinem Sportwagen von der Straße ab, rammte ein Schild und eine Laterne – und ist tot. Was bleibt, sind weinende Mütter und Väter und Freundinnen und Freunde und die Worte vom „sinnlosen Tod“. Was kann auch sinnvoll daran sein, dass einer für einen jungenhaften Fehler mit seinem Leben bezahlt. Aber jeder weiß, sagen Notärzte, Feuerwehrleute und Polizisten, dass Motorräder und Autos tödliche Waffen sein können. Das zeigt sich jeden Tag, das lernt man in der Fahrschule. Dann kontrolliert die Polizei noch etwas intensiver die Geschwindigkeit und stellt fest, dass viele Leute 65 fahren, wo 50 erlaubt ist. Gewiss können Polizisten nicht überall dort sei, wo junge Männer testen, wo die Grenze zwischen Leben und Tod verläuft. Aber vielleicht wäre es sinnvoll, sich einzelne Hochgeschwindigkeitsfreaks vorzunehmen, wenn man sie findet, statt nachts auf leeren Straßen mit Radarfallen Geld zu verdienen.

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