Umstrittene Geburten-Doku : Vivantes einigt sich nach Drehstopp mit TV-Firma

Die landeseigene Klinikkette Vivantes muss weniger Schadenersatz für die ausgefallene Geburten-Doku zahlen, als angenommen. Der Senat hatte die Dreharbeiten nicht gewollt.

von
So hätte es wohl aussehen könnten. "Kreißsaal-TV" wird zwar nicht gesendet - wäre aber fast sehr teuer für Vivantes geworden.
So hätte es wohl aussehen könnten. "Kreißsaal-TV" wird zwar nicht gesendet - wäre aber fast sehr teuer für Vivantes geworden.Foto: dpa

Vier Monate nach dem Streit um eine Fernsehproduktion in Kreißsälen von Vivantes, steht nun wohl fest, dass der Drehstopp die Klinikkette weniger kosten wird, als angenommen. Wie berichtet, hatte die Leitung der landeseigenen Kliniken beschlossen, die Dreharbeiten für eine umstrittene Geburten-Dokumentation nach politischem Druck zu beenden. Die betroffene TV-Firma aus München hatte zuvor mit Vivantes einen Vertrag abgeschlossen, ersten Schätzungen zufolge wurde von bis zu zwei Millionen Euro Schadensersatz ausgegangen. Man habe sich einvernehmlich über die Vertragsaufhebung und auf einen Kompromiss geeinigt, teilte Vivantes auf Nachfrage mit. Aus Klinikkreisen hieß es, Vivantes müsse deutlich weniger als zwei Millionen Euro zahlen. Weder Vivantes noch die Münchner Produktionsfirma nannten eine konkrete Summe.

Die geplante Sendung passte dem Senat nicht

Im März waren in Kreißsälen der Vivantes-Klinik in Friedrichshain 27 Kameras installiert worden. Sie filmten Geburten und den Arbeitsalltag der Station für das einst geplante Format „Babyboom – Willkommen im Leben“. Eltern und Mitarbeiter hatten zuvor schriftlich eingewilligt. Das Material habe wohl bereits für zwei Sendungen gereicht, hieß es, als Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) den Dreh stoppen ließ. Er sehe die Rechte der Neugeborenen in Gefahr, teilte der Senator mit. Czaja gehört als Vertreter des Eigentümers, also des Senats, dem Vivantes-Aufsichtsrat an.

Der Klinikvorstand um den bis vor kurzem amtierenden Joachim Bovelet sagte die geplante Sendung ab. Derzeit wird für Bovelet ein Nachfolger gesucht. Der Klinikmanager ist dem Vernehmen nach immer wieder mit dem Senat aneinander geraten.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben