Umstrittene Werbung : Air Berlin überklebt Olympia-Logo

Firmen dürfen nicht mit dem Wort "Olympia" werben - zumindest nicht, solange sie keine offiziellen Olympia-Partner sind. Deshalb muss Air Berlin jetzt auf einem seiner Flugzeuge das Logo überkleben. Doch Juristen sind sich bei der Regel nicht ganz sicher.

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Air Berlin hat einen Airbus mit dem Berliner Olympia-Logo verziert. Die untere Zeile muss aber überklebt werden.
Air Berlin hat einen Airbus mit dem Berliner Olympia-Logo verziert. Die untere Zeile muss aber überklebt werden.Foto: Gregor Fischer/dpa

In Berlin sind viele Unternehmen verunsichert – dürfen sie sich nun noch mit dem offiziellen Berlin-Werbesticker für Olympische Spiele starkmachen oder nicht? Viele riefen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und in der Senatskanzlei an. Berlin Partner legt jetzt sicherheitshalber ein Alternativ-Motiv zu „Wir wollen die Spiele. Berlin für Olympia“ auf – für Plakate, Aufkleber, Klatschpappen, T-Shirts oder Luftballons – ohne das Wort „Olympia“. Mit diesen dürfen dann auch Wirtschaftsfirmen, die nicht Olympia-Partner des DOSB oder des IOC sind, für die Spiele werben, weil sie nicht gegen das Olympiaschutzgesetz verstoßen.

Dies war – wie berichtet – Air Berlin vorgeworfen worden, die das Wort „Olympia“ von ihren Werbeklebern auf der Maschine wieder entfernen muss. Die Fluggesellschaft muss den unteren Schriftzug überkleben – nach einem Hinweis des DOSB. Denn die Linie ist anders als die Lufthansa kein offizieller Olympia-Partner. Nur diese dürfen den Begriff Olympia mit gewerblichem Nutzen einsetzen.

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Eine Stadt wie Berlin, Bürger oder auch Unternehmergruppen und landeseigene Betriebe, die mit ihrem Einsatz für Olympische Spiele in Berlin keinen ureigenen gewerblichen Nutzen verbinden, dürften aber ohne Probleme den Begriff „Olympische Spiele“ verwenden. Eigentlich darf also auch die Firma Nike nicht mit dem offiziellen Sticker „Berlin für Olympia“ werben – denn Mitbewerber Adidas ist Olympia-Förderer und wird sich da in der Branche am Zuge sehen.

Indes vertreten Juristen die Meinung, Air Berlin dürfe mit „Olympia“ werben, weil sie sich für Berlin und nicht für den eigenen Ticketverkauf stark mache. Laut der Airline bat der Senat um die Werbung am Flieger; sie nimmt den Rüffel des DOSB sportlich. „Wir wollen ja gemeinsam mit Berlin etwas Gutes für die Stadt, nämlich die Spiele hierherholen“, sagt Sprecher Aage Dünhaupt. Die Maschine wird Mittwoch in Berlin oder Donnerstag in München kreativ umdekoriert.

Alle Infos rund um die Berliner Olympia-Bewerbung finden Sie auf unserer Themenseite: www.tagesspiegel.de/olympia-bewerbung.

Berlins Regierender Michael Müller (rechts) und Air-Berlin-Chef Stefan Pichler.
Berlins Regierender Michael Müller (rechts) und Air-Berlin-Chef Stefan Pichler.Foto: Gregor Fischer/dpa

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