Umwege in Tegel : Großbushafen

Ein Flughafenbus, der nur drei Meter fährt? Ein Ärgernis, findet unsere Autorin. Doch Tegel kann ja gar nichts dafür.

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Wo ist das Terminal? In Tegel gibt es immer mehr Flugzeuge - oft müssen die Passagiere deswegen Bus fahren. Foto: dpa
Wo ist das Terminal? In Tegel gibt es immer mehr Flugzeuge - oft müssen die Passagiere deswegen Bus fahren.Foto: dpa

Szenenapplaus. Resigniertes Glucksen. Willkommen in Berlin, sagt einer. Immerhin hat dieser Flughafen offen, brummt ein anderer. Er muss Österreicher sein. Kein Berliner macht mehr Witze über Flughäfen. Die Bauruine in Schönefeld funktioniert ohne Untertitel.

Ankunft in Tegel, die Maschine aus Wien ist gelandet, die Passagiere drängeln sich in den an der Gangway wartenden Flughafenbus. Zehn Minuten vergehen, bis jeder Millimeter mit Mensch gefüllt ist, bis sich der Fahrer hineinbequemt. Der Mann fährt los: fünf Meter geradeaus, drei Meter nach links – und stoppt vor Terminal C. Keine 20 Sekunden hat die Fahrt gedauert – irgendeine Verkehrsader hat der Bus überquert, viel zu gefährlich, als dass erwachsene Menschen darüber laufen könnten, sagt wahrscheinlich der Versicherer. So ist das eben, wenn jede Bretterbude, die im Umkreis der Landebahn noch gefunden wurde, zum Terminal wird. Wie unerfüllte Träume flattern die schwarzen Absperrbänder mit der Aufschrift „BER“ hier überall herum. Ach, Tegel, dass du nun den Spott abbekommst...

„Vor dem Hinflug durften wir da noch drüberlaufen“, murrt einer. Stimmt, aber was gestern galt, muss morgen nicht mehr richtig sein. Ob das nun Hoffnung oder Drohung für den BER ist? Vielleicht weiß es der Busfahrer.

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