Umweltschutz : Verbände und Kammern gründen Klimabündnis

Wirtschaft und Ökos sind sich grün: Gemeinsam wollen Kammern und Umweltverbände sowie Gewerkschaften die Berliner zum Energiesparen anregen. Sie versprechen sich dadurch aber nicht nur mehr Klimaschutz.

Was haben sich Wirtschafts- und Umweltlobby beharkt, als es um die Umweltzone ging: Was Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer als ruinöses Placebo geißelten, ging dem BUND nicht weit genug. Umso bemerkenswerter ist ihre neue, am Donnerstag gegründete Allianz: In einem „Stadtvertrag Klimaschutz“ vereinbarten die Kammern sowie der Umweltverband und der Gewerkschaftsbund DGB, Bürger und Unternehmer gemeinsam zum Energiesparen zu animieren – durch Beratung, Selbstverpflichtungen und Gewinnspiele. Zusammen erreichen die Organisationen allein in Berlin Tausende Firmen und Hunderttausende Menschen.

Die sollen erkennen, dass Klimaschutz nicht unbedingt Geld kosten muss, sondern welches sparen kann – ob durch geringere Heizkosten dank guter Dämmung, eine von Standby-Energiefressern befreite Stromrechnung oder durch Projekte, wie sie IHK-Präsident Eric Schweitzer für sein Unternehmen beispielhaft beschrieb: Als Chef des Entsorgers Alba ist Schweitzer auch Herr über 2000 Lastwagen. Die verbrauchen 15 Prozent weniger Diesel, wenn ihre Fahrer ein Spritspartraining absolviert haben.

DGB-Landeschef Dieter Scholz hält den Klimaschutz für den Schlüssel, mit dem Berlin seinen chronisch schwachen Arbeitsmarkt stärken kann. Schweitzer lieferte die Zahlen dazu: 16 Prozent der Berliner Industriearbeitsplätze hingen schon jetzt mit den erneuerbaren Energien zusammen: 16 000 Jobs, plus 20 Institute mit 500 Wissenschaftlern.

Zustande gekommen ist die Klima-Koalition auf Betreiben der Grünen. Maßgeblich gesponsert wird sie vom Werbeunternehmen Ströer und der Gasag, Schirmherr ist Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Bis September wird bei der Handwerkskammer eine Anlaufstelle eingerichtet und das Onlineportal www.stadtvertrag-klimaschutz.de aufgebaut. Vier Kampagnen sind bis 2011 geplant, weitere Beteiligte willkommen. Im Senat war das Interesse laut Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz vorab „nicht wahnsinnig groß“. obs

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