Umzug : Die Bahn zieht’s zum Hauptbahnhof

Die Büros im Sony-Turm und rund um den Potsdamer Platz werden aufgegeben. Der Grund für den Umzug sind wohl die exorbitant hohen Mieten, die auch die Gewerkschaft Verdi schon zum Auszug bewegt hatten.

Klaus Kurpjuweit
Potsdamer_Platz
Bald leer. Das Bahn-Gebäude am Potsdamer Platz steht bald leer. -Foto: dpa

Am Potsdamer und Leipziger Platz wird’s bald öder. Dafür erhält das Viertel um den Hauptbahnhof einen neuen Aufschwung. Die Bahn gibt ihre Standorte am Potsdamer und Leipziger Platz auf und konzentriert nach Angaben eines Sprechers ihre Büros am Hauptbahnhof sowie in einem bereits von der Bahn genutzten Bau am Nordbahnhof.

Mit dem Konzernvorstand verliert auch der gläserne Sony-Turm seinen Erstmieter. Etwa 800 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Verlassen will die Bahn auch die von ihr bisher gemieteten Büros rings um den „Bahntower“, wo derzeit etwa 1200 weitere Mitarbeiter beschäftigt sind. An der Lennéstraße haben sich Teile des Bereichs Fernverkehr eingemietet, am Leipziger Platz residiert die Gütersparte Schenker, und in dem lang gestreckten Klinkerbau an der Köthener Straße sitzen unter anderem die Bereiche Projektbau, Station und Service sowie Sicherheit.

Mehrere Tausend Quadratmeter Bürofläche werden frei - Nachmieter nicht in Sicht

Zieht die Bahn überall aus, werden schlagartig mehrere tausend Quadratmeter Bürofläche in diesem Quartier frei. Bereits 2004 hatte die Gewerkschaft Verdi diesen Standort verlassen und war in einen eigenen Neubau gezogen. Dieser hatte 74 Millionen Euro gekostet. Für drei Jahre zur Miete am Potsdamer Platz soll Verdi 25 Millionen Euro gezahlt haben. Auch der Mietpreis, den die Bahn im Sony-Turm überweist, soll sehr hoch sein. Schon jetzt gibt es in diesem Bereich einen erheblichen Leerstand. Das von der Delbrück-Bank gebaute Hochhaus „P 5“ bietet in den 16 Obergeschossen bei einer Gesamtfläche von 13 700 Quadratmetern noch etwa 8700 Quadratmeter im 1. bis 7. Geschoss an. Freie Flächen gibt es unter anderem auch in den Bauten des Beisheim-Centers. Meist haben die angebotenen Büroflächen am Potsdamer und Leipziger Platz noch nie einen Mieter gesehen.

Die Bahn hatte bereits im Frühjahr beschlossen, sich in Berlin auf zwei Standorte zu konzentrieren. Jetzt hat sie in einem Schreiben auch die Mitarbeiter informiert. Der Vorstand wird zum Hauptbahnhof ziehen, wo die Bahn für die eigenen Bürogebäude über den Gleisen, die 200 Millionen Euro gekostet haben, keine Mieter fand. Diese sogenannten Bügelbauten haben nach Angaben eines Sprechers Platz für rund 1500 Mitarbeiter. Zusätzlich will die Bahn auch ein noch zu bauendes Gebäude auf dem Washingtonplatz nutzen. Sollte es mit dem Bau aber Probleme geben, könnte die Bahn den Vertrag für den Sony-Turm verlängern, sagte der Sprecher. Pläne, für den Konzern ein Hochhaus auf dem Europaplatz nördlich vom Hauptbahnhof zu bauen, werden derzeit nicht weiter verfolgt.

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