Berlin : Umzug: Einpacken, bitte: Der Bundestag zieht schon wieder um

C. v. L.

Aufregende Wochen kommen auf den Bundestag zu. Die Zeit provisorischer Unterkünfte geht im Juli zu Ende. Wieder müssen Aktenkartons gepackt und Möbelwagen bestellt werden. Was intern als "kleiner Umzug" von Berlin nach Berlin bezeichnet wird, kommt dem großen Bonn-Berlin-Umzug von 1999 an organisatorischem Aufwand nahe. Problematisch ist, dass die Neubauten des Jakob-Kaiser- und Paul-Löbe-Hauses vermutlich im Sommer noch nicht völlig fertig sind, etliche Bauabnahmen anstehen, so dass sich Bauarbeiter und Abgeordnete vorübergehend Räume teilen müssen.

Dietmar Kansy von der Bundestagsbaukommission teilte mit, dass am 9. Juli die "heiße" elftägige Umzugsphase beginnt und die Aktion Ende August beendet ist. Oder besser: sein soll. In der ersten Woche nach der Sommerpause seien die Neubauten "weitestgehend bezogen". Es werde sicher Schwierigkeiten wegen der Bauverzögerungen geben, die nicht zuletzt durch den Wasserschaden Ende vergangenen Jahres im Jakob-Kaiser-Haus an der Dorotheenstraße verursacht worden seien.

Der Bundestag wolle aber die Termine auf jeden Fall halten, weil in der Sommerpause die in Bonn verbliebenen Verwaltungsmitarbeiter nach Berlin kämen und außerdem Mietverträge für provisorische Unterkünfte zum Jahresende ausliefen. Ursprünglich war vorgesehen, die Liste von Baumängeln in den zwei Monaten vor dem Umzug zu erledigen, nun wird sich allerdings alles überschneiden.

Kansy teilte am Donnerstag weiter mit, dass im Paul-Löbe-Haus der auch für die Öffentlichkeit vorgesehene Restaurant-Turm vermutlich nicht rechtzeitig fertig wird. Beim gerade hochwachsenden Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, in dem die Bibliothek untergebracht werden soll, fehle bisher ein "definitiv akzeptabler Terminplan".

Dafür könne die Bundestagskita an der Kronprinzenbrücke am Montag wieder eröffnet werden, der Putzschaden, geringer als zunächst erwartet, sei inzwischen behoben.

Die Baukommission hat sich Kansys Worten zudem mit Vorschlägen des Bundes und des Senats beschäftigt, unabhängig vom Landeplatz im künftigen Kanzlergarten einen weiteren für hochgefährdete Staatsgäste im geplanten Spreebogenpark einzurichten. Hier sollten bis zu sechs Hubschrauber gleichzeitig einfliegen können. Man habe Zweifel, ob das der richtige Standort sei, zumal der Park, in dem öffentliche Sportflächen geplant seien, dann zeitweise zu einer Sicherheitszone werden müsste, sagte Kansy. Die Kommission habe Regierung und Senat gebeten, die Pläne zu überprüfen. Kansy schlug als Alternative die Freifläche südlich der Kongresshalle vor.

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