Umzug zum Ostbahnhof : 36 Millionen für die BVG-Zentrale

Der BVG-Aufsichtsrat muss dem Verkauf des bisherigen Hauses in der Potsdamer Straße noch zustimmen. Der Umzug der Verwaltung in den Ostteil kommt wohl später als erwartet.

Christian van Lessen

Mit dem Umzug der BVG-Hauptverwaltung von der Potsdamer Straße in Schöneberg zum Trias-Gebäudekomplex am Ostbahnhof dauert es länger als erwartet. Ende letzten Jahres war vom Herbst dieses Jahres die Rede, nun soll im Sommer 2008 umgezogen werden.

BVG-Sprecherin Petra Reetz sagte gestern, die Verkehrsbetriebe hätten früher umziehen können, aber man habe noch mehrere Verkaufsangebote für die alte Zentrale prüfen müssen,um „keine leere Hülle“ zu hinterlassen. Der Verkauf eines „Riesenobjektes“ erfordere Zeit. Nun aber liegt das notarielle Kaufangebot eines Immobilienfonds vor, und am Freitag wird der BVG-Aufsichtsrat darüber entscheiden. Stimmt er dem Verkauf zu, steht einem Umzug nichts mehr im Weg.

Im November letzten Jahres war die Entscheidung für das Trias-Gebäude an der Holzmarktstraße bereits gefallen. Die BVG wird die Räume, die der DG Anlage GmbH gehören, mieten und mit dem Erlös aus der eigenen Immobilie die Schulden tilgen. Die Mietkosten sollen unter 12 Euro pro Quadratmeter liegen. Der Umzug rechne sich für die Verkehrsbetriebe, heißt es. Dem Vernehmen nach soll das alte Gebäude für 36 Millionen Euro verkauft werden, die BVG wollte zur Summe keine Angabe machen. Mit dem Umzug will sie Verwaltungsarbeit konzentrieren und auch andere Standorte aufgeben, etwa an der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte.

Das BVG-Gebäude, nach Kriegsende bezogen, war 1940 als Sitz der Reichsautobahn-Amtes errichtet worden.Dass die alte Hauptverwaltung, in der vorerst das Rechenzentrum bleibt, größer ist als der Neubau, wird von der BVG mit Platzverschwendung und „viel toten Flächen“ begründet. An der Potsdamer Straße gebe es „Riesenflure und -Treppenhäuser“ und verhältnismäßig kleine Büros. Außerdem seien die Betriebskosten sehr hoch. Auch die Keller seien feucht. Im Trias-Gebäude könne man dagegen die Tiefgarage als Lager nutzen und dort das Archiv konzentrieren. Mit dem Umzug wollen die Verkehrsbsetriebe, die dem Vernehmen nach langfristig günstige Mietkonditionen ausgehandelt haben, jährlich zwei bis drei Millionen Euro sparen. Vorwürfe, der Umzug sei zu teuer, wurden von der BVG zurückgewiesen. Das Trias-Gebäude war eines der ersten Büroneubauprojekte nach der Wende, vorübergehend war dort die Bahn Mieter.

Noch ist unklar, wer in das große Gebäude an der Potsdamer Straße einzieht. Noch vor zwei Jahren war hier feierlich die neue U-Bahnleitzentrale eröffnet worden. Nun muss sie bald wieder ausziehen.

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