Update

UNBELIEBTE SCHULEN : Sieben Anmeldungen für 75 Plätze

Millioneninvestitionen, kaum Anmeldungen. Das ist die Lage in der Schule am Staakener Kleeblatt. Aber auch andere Schulen leiden unter extrem schlechter Nachfrage. Die Gründe sind vielfältig.

von

AUSGANGSLAGE

Beim Übergang auf weiterführende Schulen können Familien drei Wünsche nennen. In rund 1000 Fällen pro Jahr passiert es allerdings, dass Schüler an keiner der Wunschschulen einen Platz bekommen, weil sie weder die Kriterien erfüllen noch Glück beim Losen haben und weil alle drei Schulen mehr Anmeldungen als Plätze haben. In diesen Fällen werden sie auf Schulen verteilt, die zu wenige Anmeldungen haben.

RISIKOFAKTOREN
Um herauszufinden, ob eine Schule am Abrutschen ist, reicht es normalerweise, den Inspektionsbericht zu lesen und die Zahl der Anmeldungen zu betrachten: Wenn beides schwach ist, ist es um eine Schule nicht gut bestellt. Weitere aussagekräftige Faktoren sind die Abbrecher- und die Schwänzerquote.

AKTUELLE ZAHLEN
Im Jahr 2014/15 trug die Schule am Staakener Kleeblatt in Spandau die rote Laterne mit nur sieben Anmeldungen für 75 Plätze. Trotz Millioneninvestitionen hat die Sekundarschule die Fusion von einer Haupt- und eine Realschule nicht verkraftet. Als Hauptgründe gelten der abgelegene Standort in Weststaaken und eine schwache Schulleitung. Es gibt allerdings auch Schulen mit anerkannt guter Schulleitung, die Akzeptanzprobleme haben, wie etwa die Buckower Heinrich-Mann-Schule, die mit einem hässlichen Gebäude in schlechter Lage und einer schwierigen Vorgeschichte zu kämpfen hat. Laut einer Kleinen Anfrage der SPD-Abgeordneten Burgunde Grosse hatte die Schule nur 21 Anmeldungen. Schlechter steht in Neukölln nur die Kepler-Schule da (16 Anmeldungen). In Mitte leiden Willy- Brandt- und Ernst-Reuter-Schule unter geringen Anmeldezahlen, in Pankow die Eiffel-Schule, in Schöneberg die Langenscheidt-Schule, in Marzahn die Kerschenstein-Schule, in Reinickendorf die Bosch-Schule und in Kreuzberg die Refik-Veseli- und die Graefe-Schule.

Bei den aktuellen Anmeldezahlen für 2015/16 gab es nicht viele Veränderungen. Etwas besser steht jetzt allerdings die Refik-Veseli-Schule da - Dank neu zuerkannter Oberstufe und viel Unterstützung aus dem Turnaround-Programm der Bosch-Stiftung. Auch die Kepler-Schule hat vom Turnaround-Programm profitiert und verfügt jetzt über einen Zuwachs an Anmeldungen.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar