Berlin : Und es ward Flutlicht

Die aufwändige Anlage im neuen Olympiastadion hat ihre Premiere beim Pokalfinale bestanden

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Die Bühne ist der Fußballplatz. Grell erleuchtet liegt der Rasen im Olympiastadion, umrahmt von den großen Tribünen in der Dunkelheit – so sah es am Samstagabend im Olympiastadion aus. Das Finale des DFBPokals war seit einer Stunde vorbei, die Fans von Alemannia Aachen und Werder Bremen feierten in der Innenstadt. Zurück blieb das leere Stadion in seiner ganzen Schönheit.

Stunden zuvor hatte die Premiere vor 72 000 Zuschauern stattgefunden. Das Pokalfinale war das erste Spiel unter Einsatz der neuen Flutlichtanlage. „Es verlief sehr gut“, sagt Hans-Wolf Zopfy, der Projektleiter der neuen Arena.

Fußballabende in Berlin werden in Zukunft immer so aussehen. Vor dem Spiel sind die Stadiontribünen sanft erleuchtet; beim Einlaufen der Spieler wird das Licht gedimmt. Von nun gilt alle Konzentration dem Spiel. 320 Lampen am neuen Dachring brennen, jede 2000 Watt stark. In nur vier Sekunden kann die Anlage aufgedreht werden. Die Lichtkante verläuft entlang des alten Reportergrabens, der Spielfeld und Tribünen trennt. „So haben wir uns das vorgestellt“, sagt Zopfy. „Es ist wie in einem Theater.“

Allein diese Präzision: Wer genau hingeschaut hat, sah, dass die Spieler nur sehr gering Schatten werfen. Die Lampen sind so eingestellt, dass das Spielfeld optimal erleuchtet wird. Angeblich blenden die Lampen die Spieler nicht einmal. Bremens Torhüter Andreas Reinke war nach Abpfiff des Endspiels begeistert, er sprach von „einem grandiosen Stadion“. Dass für den Umbau in vier Jahren 250 Millionen Euro investiert wurden, habe sich gelohnt. „Es ist sehr schön geworden.“ Bei der Fußball-WM 2006 wird in Berlin das Endspiel stattfinden.

In den nächsten Tagen werden die letzten Lampen eingebaut. Dann wird auch der Glasrand am Dach hell erstrahlen. Diese Lichterkette hat auch einen Namen: „Ring of fire“. AG

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