Berlin : Und noch mehr schwedische Hauptstadt

Ikea rechnet im Frühjahr mit der Baugenehmigung für ein Möbelhaus an der Landsberger Allee

Rainer W. During

Gerade erst hat Ikea in Schöneberg seinen dritten Standort in der Region eröffnet, nun will das „unmögliche Möbelhaus“ Berlin weiter zu seiner „blau-gelben“ Hauptstadt ausbauen. An der Landsberger Allee in Lichtenberg wird eine ähnlich große Filiale geplant.

Das daneben vorgesehene Fachmarktzentrum ist dagegen ins Stocken geraten. Auch in Spandau verzögert sich der neben Ikea vorgesehene Neubau des Konkurrenten Höffner. In Lichtenberg sind die Planungen weit vorangeschritten. Die Trägerbeteiligung des „vorhabenbezogenen Bebauungsplanes“ sei abgeschlossen und werde zurzeit ausgewertet, sagte Stadtentwicklungs-Stadträtin Katrin Lompscher (PDS). Danach erfolge die öffentliche Auslegung. „Wir rechnen bis zum späten Frühjahr 2004 mit dem Baurecht“, teilte eine Ikea-Sprecherin mit.

Dieser Termin sei nicht unrealistisch, bestätigte die Stadträtin. Ende März, so Stadtplanungsamts-Leiter Klaus Güttler-Lindemann, könnten die erforderlichen Beschlüsse von Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung vorliegen. Die Einwände der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für verbesserte Zufahrtswege von der Landsberger Allee und der Rhinstraße gelten als ausgeräumt, sagt der Amtsleiter. Mit dem Eigentümer des rund 75000 Quadratmeter großen Grundstücks, der Hamburger Helmut Greve Bau- und Boden-AG, hat Ikea einen Erbbaurechtsvertrag geschlossen.

Für das Gelände hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bereits im Sommer 2002 ein städtebauliches Gutachterverfahren gestartet. Der siegreiche Entwurf des Büros Léon/Wohlhage/Wernik sieht einen dreigeschossigen Bau mit transparenter Glasfassade zur Landsberger Allee vor. Vorgesehen ist eine Verkaufsfläche von rund 21000 Quadratmetern. Die Bauzeit, so heißt es bei Ikea, könne zwischen acht und zwölf Monaten liegen. Ins Stocken geraten sind die Pläne der Greve-Unternehmensgruppe, auf dem Nachbargrundstück ein Fachmarkt-, Entertainment- und Dienstleistungszentrum (FEDZ) zu bauen. Im Raumordnungsverfahren war eine Halbierung der geplanten Verkaufsfläche auf rund 21500 Quadratmeter gefordert worden. Es sei jetzt Sache des Investors, einen abgespeckten Entwurf vorzulegen, so Stadträtin Lompscher. Das sei bisher nicht erfolgt. Demnächst, so verlautet, soll es neue Gespräche der Hamburger mit dem Stadtplanungsamt geben. Auch die geplante Erweiterung des bereits existierenden HfS-Einkaufszentrums lässt auf sich warten. Dagegen bekommt der Elch in Spandau bald Konkurrenz. Der gleich neben der im Vorjahr für 120 Millionen Euro erneuerten Ikea-Filiale geplante Bau eines neuen Möbel- Höffner-Hauses mit der doppelten Verkaufsfläche von rund 42 000 Quadratmetern hat sich verzögert. Schuld sind Streitigkeiten um die Zufahrtsrechte, die eine Umplanung und eine erneute Trägerbeteiligung erforderlich gemacht haben. Weil man die Forderungen der Betreiber eines benachbarten Shopping-Centers nicht akzeptieren wollte, wurde die ursprünglich geplante Straßenanbindung verlegt. Jetzt streiten Ikea und Höffner noch um eine winzige Teilfläche, die sich im Besitz der Elche befindet. Dabei hatte man sich bei der 2002 erfolgten Erweiterung des schwedischen Möbelhauses die Grundstückserschließung bereits geteilt. „Wir haben uns mit mehreren Millionen Euro an der Infrastruktur beteiligt“, sagt Höffner-Chef Kurt Krieger. Stadtplanungsamtsleiter Walter Göllner geht davon aus, dass die Unstimmigkeiten bald geklärt sind und der Grundstein im Frühjahr gelegt werden kann. Schließlich hat er einen heißen Draht zu seinem Parteigenossen Walter Momper (beide SPD). Der Präsident des Abgeordnetenhauses wird wegen seiner Beratertätigkeit im Baubereich – unter anderem für Ikea – von der Opposition kritisiert.

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