Berlin : Und weg isser

Gerd Nowakowski

Nun darf sich Justizsenatorin Karin Schubert wiederholen. „Mein Gott, das kann doch gar nicht sein“, will sie nach der letzten Fluchtserie gedacht haben. Seit gestern ist wieder ein Knacki weg – entkommen mit dem simpelsten aller Tricks. Der ist aber offenbar immer noch einer der effektivsten. Aus dem Klofenster abzuhauen, davon hat schon der legendäre Gerichtsreporter Sling in den 20er Jahren berichtet. Aber Justiz-Wachtmeister lesen offenbar wenig. Und Dienstanweisungen wohl schon gar nicht. Was hat die Stadt gelacht, als vor einem Jahr eine Justizmitarbeiterin im Café Kranzler einen ausgeführten Häftling entkommen ließ, weil sie sich nicht aufs Männerklo traute. Dass sich im Kriminalgericht aber nun der männliche Begleiter auf diese blöde Tour übertölpeln ließ, ist mehr als ein Betriebsunfall. Es zeugt entweder von grenzenloser Schlamperei oder davon, dass die Justizsenatorin ihre Leute nicht im Griff hat. Beides muss Konsequenzen haben. Sieben Wochen vor der Wahl ist die Flucht für die rot-rote Koalition keine gute Nachricht. Und für Senatorin Schubert, die von Pannen nicht reden möchte und lieber von einer „zufälligen Häufung“ spricht, erst recht nicht.

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