Berlin : Uneingeschränkte Gastfreundlichkeit

Suzan Gülfirat

"Unsere Telefone stehen nicht still. Zahlreiche Berliner Familien wollen einen der New Yorker Schüler bei sich aufnehmen", sagt Ursula Mertzig-Stein von DaimlerChrysler. Wieviele Familien sich bisher gemeldet haben, um Kinder der Terroropfer der Anschläge vom 11. September aufzunehmen, kann sie noch nicht sagen. Doch soviel steht fest: Die ersten Jugendlichen werden auf Einladung des Bundeskanzlers in Kürze nach Deutschland kommen, auch nach Berlin. Bettina Schleicher aus Wilmersdorf hat ihren Brief an den Verein "Brücke New York - Berlin" bereits abschickt. Der von DaimlerChysler gegründete Verein koordiniert die Reise der insgesamt 1000 Jugendlichen. Dazu zählt auch ihre Unterbringung in Gastfamilien. "Ich möchte auf diese Art und Weise den Amerikanern meine Sympathie zeigen", sagt Bettina Stein. Vorab macht sie sich mit ihren Kindern Judith (18) und Johannes (16) Gedanken, was sie mit dem Gast aus Amerika unternehmen könnten: "Im Grunewald laufen oder ins Kino, in eine Ausstellung oder in die Disco gehen." Vor allem möchten sie sich ganz auf den Gast einstellen. "Deshalb wäre es schön, wenn wir wüssten, was unser Gast für Hobbys hat", sagt sie.

Als sie ihren Kinder von der Idee erzählte, willigten sie sofort ein. Judith Schleicher war im vergangenen August vier Wochen lang Babysitterin in New York. Zuvor war sie vier Wochen zu Gast bei einer Familie in Buenos Aires. Sie ging ein halbes Jahr lang in Kanada zur Schule und war zu Besuch in Frankreich, weil sie das Französische Gymnasium in Tiergarten besucht. "Ich bin von allen Familien sehr nett behandelt worden", sagt sie. Deshalb nimmt die Familie auch Gast-Jugendliche auf. Sie hatten Schüler zu Besuch aus Frankreich und aus Tschechien zu Besuch. In ihrer Acht-Zimmer-Wohnung in Wilmersdorf ist dafür Platz genug. "Meine Kinder sollen weltoffen aufwachsen", sagt Bettina Schleicher.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben