Berlin : Unermüdlich regiert

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VON TAG ZU TAG

Werner van Bebber freut sich über

die Effizienz des Senats sogar in den Ferien

Während andere Leute ihre kaum verblasste Bräune auffrischen, regiert der Senat unermüdlich. So sind wir dem Gender Mainstreaming, was nur unvollständig mit Maßnahmen zur Beschleunigung der weiblichen Emanzipation übersetzt werden kann, ein gutes Stück näher gekommen: Wir haben nämlich in Gestalt der Justizsenatorin Karin Schubert eine amtierende Bürgermeisterin. Sie vertritt den Regierenden, der in Mexiko weilt, und dessen Vertreter Harald Wolf, der Mittel und Osteuropa entwickelt.

Überhaupt waren am Dienstag gerade vier von neun Senatoren im Regierungsbetrieb. Innensenator Ehrhart Körting beispielsweise ist auf einem laut Senatssprecher Günter Kolodziej „wohlverdienten“ Urlaub. Frau Schubert hat mit ihrer kleinen Mannschaft ordentlich was geschafft: Unter ihrer Leitung beschloss der Senat zum Beispiel die Entsendung von Schulsenator Klaus Böger in den Aufsichtsrat der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH, und das, während Böger in Brasilien den Beachvolleyball fördert. Besser gesagt: Böger beobachtet in Rio de Janeiro die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft.

Aber nicht bloß aus Sportsenatorengeist: Es kann nämlich sein, dass die Organisatoren der Beachvolleyball-WM für 2005 einen neuen Austragungsort suchen, weil Los Angeles absagt. Und wenn die Frage sich stellt, könnte Böger „Berlin! Berlin!“ rufen. Berlin hat zwar den Zuschlag für die Beachvolleyball-WM 2007. Und Senatssprecher Kolodziej erwartet nicht, dass Berlin 2005 und 2007 die Beachvolleyball-WM austragen darf. Trotzdem hat Bögers Reise nach Rio ihren Sinn. Denn in Sachen Beachvolleyball-WM handelt der Senat laut Kolodziej nach der Devise: „Je eher, desto besser.“

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