Berlin : Unerreichbar

Werner van Bebber

wünscht Herrn Flierl gute Erholung So, nun sind zwei Wochen lang Ferien. Einer hat sich wohl besonders darauf gefreut – Kultursenator Thomas Flierl von der Ex-PDS. Es hat fast wilhelminisch-absolutistischen Charme, wie der Senator mit Hinweis auf den Erholungsurlaub alles vertagt, was sich an Fragen über sein Mauerkonzept ergossen hat. Vor kaum zwei Wochen hat er dem Senat seine sehr, sehr lang erwarteten Pläne für den Umgang mit den Mauerresten vorgelegt. Vor ein paar Tagen haben sich diese Pläne plötzlich verkompliziert: Denn da, wo der Senator so etwas wie eine Erinnerung an die Brutalität der Mauer zulassen will, an den Mauerresten der Bernauer Straße, darf ein Haus gebaut werden. Die Erinnerungslandschaft wird also profane Gegenwartsarchitektur enthalten – oder sie muss teuer freigekauft werden. Flierl hätte das wissen können, wissen sollen und wissen müssen, aber das kümmert ihn nicht. Er ist nach Verursachung eines kleinen geschichtspolitischen Planungschaos verreist. Schon stark, wie er jeden Verdacht einfach abgleiten lässt, dass er kein Mauergedenken für die beste Geschichtspolitik hält. Flierl ist ein Stoiker: Berlin will einen neuen Umgang mit der Mauer? Nicht mit ihm.

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