Berlin : Unfaire Sparvorschläge

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LESERBRIEF DES TAGES

Betr.: Solidarpakt-Verhandlungen „Die Beamten mauern“ vom Freitag, 11. Oktober.

Na warum wird denn da gemauert? Was heißt gemauert? Wer glaubt denn diesen Schmus mit der Arbeitszeitverkürzung? In Berlin doch wohl keine Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes oder Beamte. Als Lehrer, der ich von diesen „Spar-Alternativen“ betroffen sein würde, weiß ich, dass kein Kollege sich auf dieses Spiel einlassen würde. Wir hatten eine Arbeitszeitverkürzung in Berlin, die wurde bald nach 1990 kassiert, jetzt haben wir zwei Stunden mehr! Ermäßigungsstunden für ältere Kollegen wird es wohl erst wieder geben, wenn es keine älteren Kollegen mehr gibt. Zur Zeit kommt man sich als Kollege der über 50-Jährigen vor wie Hase und Igel. Geld eingespart wurde doch bereits seit Jahren, Wegfall der Berlinzulage (wurde nie durch irgendetwas ausgeglichen, außer durch den „Soli-Zuschlag“), Verlängerung der Dienstaltersstufen von zwei auf drei Jahre, Einfrieren des Weihnachtsgelds, Reduzierung der Beihilfe, Erhöhung der Klassenfrequenzen auf nahezu 30.

Ich bin seit Jahren bemüht, Neid, Frust, Enttäuschung nicht hochkommen zu lassen, und habe viel mit den Kosten der Wiedervereinigung entschuldigt, aber wie blöd soll ein „Staatsbediensteter“ eigentlich sein?

Roger Kutschki, Zehlendorf

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