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Unfall bei Berlin : Berliner S-Bahn kollidiert an Bahnübergang mit Lkw

25.10.2010 14:27 Uhrvon
Ein Unfall mit einer S-Bahn und einem Lkw ereignete sich am Montagmorgen am Bahnübergang Neuenhagen, einem der wenigen Bahnübergänge im Berliner S-Bahn-Bereich. Foto: dpaBilder
Ein Unfall mit einer S-Bahn und einem Lkw ereignete sich am Montagmorgen am Bahnübergang Neuenhagen, einem der wenigen Bahnübergänge im Berliner S-Bahn-Bereich. - Foto: dpa

UpdateAn einem Bahnübergang in Neuenhagen bei Berlin ist am Montagmorgen eine Berliner S-Bahn mit einen Lastwagen zusammengestoßen. Es gab mehrere Verletzte.

Eine mit 90 Reisenden besetzte S-Bahn ist am Montagvormittag auf einem Bahnübergang in einem mit Betonplatten beladenen Sattelschlepper gekracht. Bei dem Unfall wurden der Fahrer des Zuges und zwei Reisende verletzt.

Der Unfall geschah im Ortskern von Neuenhagen, der mit Halbschranken gesicherte Bahnübergang liegt im Zuge der viel befahrenen Hauptstraße. Nach Angaben der Bundespolizei wollte der Sattelschlepper jedoch nicht den Bahnübergang überqueren, sondern auf eine Baustelle direkt am Bahnübergang einbiegen. Da der Fahrer des überlangen Gefährts die schmale Einfahrt nicht im ersten Versuch geschafft hatte, setzte er noch einmal zurück.

Zwischenzeitlich waren jedoch die Halbschranken ferngesteuert geschlossen worden, da eine S-Bahn aus Strausberg sich näherte. Der Lkw soll dann rückwärts an der Halbschranke vorbei in den Gleisbereich geraten sein. Der Fahrer der S-Bahn konnte wegen einer Kurve dies nicht rechtzeitig sehen, trotz einer im letzten Moment eingeleiteten Notbremsung krachte die Bahn in das Heck des Lasters.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Sattelschlepper weggeschleudert, der Zug kam erst nach etwa 100 Metern zum Stehen. Einen Helfer zum Einweisen in die Baustelleneinfahrt hatte der Lkw-Fahrer offensichtlich nicht. Die Polizei ermittelt deshalb gegen den Mann.

Zum Glück war die S-Bahn nicht mit vollem Tempo wie auf freier Strecke unterwegs, da 200 Meter hinter dem Unglücksort der Bahnhof Neuenhagen liegt. Der Zug soll nur etwa 50 gefahren sein, hieß es bei der Bundespolizei. Die 90 Reisenden im Zug waren nach einer halben Stunde vom Bahnpersonal und örtlicher Feuerwehr aus dem Zug geholt worden. Die S-Bahn war nicht entgleist, hatte jedoch schwere Schäden im Frontbereich. Der 48-jährige Triebfahrzeugführer kam mit einem Beinbruch, Prellungen und einem Schock ins Krankenhaus. Über die Schwere der Verletzungen bei den beiden weiblichen Fahrgästen gab es zunächst keine Angaben. In Lebensgefahr seien die Frauen jedoch nicht.

Die Zahl der Unfälle an Übergängen sinkt seit Jahren ebenso kontinuierlich wie die Zahl der Anlagen insgesamt. In Berlin gibt es noch 27 Schrankenübergänge im Netz der Deutschen Bahn, etwa die Hälfte davon ist Fußgängern vorbehalten. Eine der bekanntesten Anlagen ist die Halbschranke an der Lichtenrader Bahnhofsstraße. Dort war 1998 ein betrunkener Radfahrer getötet worden, auch er hatte die geschlossene Halbschranke umkurvt. Seit 1999 wurde bundesweit fast jeder vierte Bahnübergang beseitigt oder durch eine Brücke oder einen Tunnel ersetzt. In Brandenburg sank die Zahl von 1665 im Jahr 2002 auf nunmehr 1232 – dies allerdings überwiegend durch Streckenstilllegungen.

Der letzte schwere Unfall liegt erst vier Wochen zurück. Wie berichtet, wollte eine 69-Jährige in Falkensee trotz geschlossener Halbschranke die Gleise überqueren. Sie wurde von einem Regionalzug erfasst und war sofort tot. Im Juni 2009 wollte eine 89-Jährige das S-Bahn-Gleis an der Oberspreestraße überqueren. Sie wurde von einer S-Bahn erfasst und getötet. Im Januar des vergangenen Jahres starb eine 76-Jährige – ebenfalls auf dem Bahnübergang in Neuenhagen. Zahlreiche weitere Übergänge gibt es an Industriebahnen, deren Gleise jedoch seltener befahren werden.

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