Berlin : Unfall mit Straßenbahn: Frau verletzt Ampelschaltung ist in Wedding verwirrend

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Eine 48jährige Frau ist am Donnerstag in der Seestraße in Wedding von einer Straßenbahn angefahren und schwer verletzt worden. Die Fußgängerin wollte gegen 20.40 Uhr die Gleise an der Kreuzung Togo- bzw. Antwerpener Straße überqueren, als sie von einem Zug der Linie 50 erfasst wurde. Die Straßenbahnfahrerin erlitt einen Schock. Beide Frauen wurden in eine Krankenhaus gebracht.

Die Polizei schließt nicht aus, dass der Unfall etwas mit der unübersichtlichen Ampel-Schaltung an Tram-Übergängen speziell in Wedding zu tun hat. Viele Unfälle mit Fußgängern passierten in Wedding deshalb, „weil dort das Gleisbett sehr breit und die Ampelschaltung für Fußgänger verwirrend ist“, sagte Josef Poliwoda vom Zentralen Verkehrsdienst. Während die Fußgängerampel „Grün“ zeigt und der Fußgänger losgeht, ist die Ampel am Gleisübergang in der Mitte der Straße auf „Rot“ geschaltet, so dass die Tram freie Fahrt hat. „Wegen des breiten Gleisbetts sehen viele Fußgänger aber nur Grün, auch an der folgenden Ampel an der zweiten Fahrbahn und missachten die rote Ampel am Gleisbett.“

In diesem Jahr zählt die Polizei bislang 191 Unfälle mit Straßenbahnen. Dabei gab es einen Toten – ein Rollstuhlfahrer in Marzahn. 19 Menschen wurden schwer und 63 leicht verletzt. Im Jahr 2004 gab es 319 Unfälle. Dabei wurden drei Menschen getötet, 26 schwer und 97 leicht verletzt.

Sowohl die Polizei als auch die BVG sind sich einig, dass eine Ursache für die Unfälle auch der „ungeübte Umgang von Westberlinern mit Trams“ sein könnte. „Bewohner aus dem Ostteil kennen die Gefahr. Straßenbahnen sind schnell und unbeweglich, was oft unterschätzt wird“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Auch das schummrige Wetter im Herbst und Winter spiele eine Rolle. „Dunkel gekleidete Passanten sind dann noch schlechter zu sehen“, hieß es. tabu

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