Berlin : Unflücksfall: Vermisster Fünfjähriger ertrank in der Havel

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Der seit Dienstagabend vermisste fünfjährige Horst Peter W. aus Spandau ist tot. Die Leiche des Kindes wurde am Donnerstagvormittag gegen 10.50 Uhr von einem Angler unter der Dischinger Brücke in der Havel entdeckt. Der Fundort liegt nur etwa 20 bis 30 Meter von der Stelle entfernt, wo am Dienstagabend ein Bruder die Jacke des Vermissten gefunden hatte. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war Horst Peter beim Spielen am Ufer abgerutscht, ins Wasser gefallen und ertrunken.

Ein Rentner hatte das tote Kind beim Auswerfen seiner Angel entdeckt. Gemeinsam mit der Besatzung eines zufällig vorüberfahrenden Bootes des Wasser- und Schifffahrtsamtes hatte er den Leichnam des Kindes aus dem Fahrwasser gezogen. "Es gibt keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden beim Tod des Kindes, daher gehen wir von einem Unglücksfall aus", sagte ein Polizeisprecher. Endgültige Aufklärung der Todesumstände soll eine Obduktion ergeben.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Nur eine knappe halbe Stunde zuvor hatte die Polizei ihre am Mittwochnachmittag abgebrochene Suche nach dem Kind wieder aufgenommen. Mehrere Dutzend Beamte einer Direktionshundertschaft sowie drei Boote der Wasserschutzpolizei waren im Einsatz, um die Ufer der Havel abzusuchen. Begonnen hatte man an der Freybrücke an der Heerstraße. Den Suchradius wollte man bis Schwanenwerder ausdehnen, nahm aber auch den bereits in den vergangenen beiden Tagen abgesuchten Bereich um die Dischinger Brücke nochmals unter die Lupe. Dort war der Junge am Dienstagabend gegen 16.45 Uhr zuletzt gesehen worden. Die Eltern wollen dann vom Auto aus den Jungen 15 Minuten später an der nördlich gelegenen Charlottenbrücke gesehen haben.

Dienstagabend und während des gesamten Mittwochs hatten teils über 100 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr das Havelufer in Spandau sowie die Keller und Dachböden der umliegenden Wohnhäuser nach dem vermissten Kind abgesucht. Dabei wurden auch Taucher und Hunde eingesetzt.

Der Junge hatte am Dienstagnachmittag die Wohnung seiner Eltern im Spandauer Ortsteil Stresow verlassen, um zu einem nahe gelegenen Spielplatz zu gehen, war aber nicht zurückgekommen. Unweit der Fundstelle war er zuletzt gesehen worden. Am Abend hatte der Bruder des Jungen nur noch dessen Jacke in der Nähe des Ufers gefunden. Ein ebenfalls fünfjähriger Spielkamerad hatte nach Auskunft der Polizei gesagt, Horst habe die Jacke ausgezogen und sei dann davongelaufen.

Horst konnte nicht schwimmen. Trotz aller Ermahnungen seiner Eltern, nicht am Ufer zu spielen, hatte sich das Kind aber offenbar immer wieder weit vorgewagt. Nach Auskunft von Spielkameraden soll Horst erst wenige Tage vor dem Unglück dicht am Fluss gestanden und Wasser geschöpft haben.

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