Berlin : Ungeduldig

Ramona Pop, 25 Jahre, Grüne

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So ganz hat sich Ramona Pop immer noch nicht damit abgefunden, wie zäh die Mühlen der Politik mahlen. „Nach dem Bruch der Großen Koalition und den Neuwahlen hatte ich gedacht, jetzt krempeln wir die Stadt um.“ Inzwischen ist die GrünenAbgeordnete ernüchtert. „Es ist alles viel schwerfälliger als erwartet, Anträge werden Wochen und Monate lang beraten.“ Mit 25 Jahren ist Ramona Pop die jüngste der 141 Abgeordneten im Berliner Landesparlament. Und eine der ungeduldigsten. „Der Politikbetrieb ist nicht aus der Ruhe zu bringen.“ Daran änderten auch die jüngeren Abgeordneten nicht viel: „Der Umgangston ist weniger steif, ansonsten ist das System beharrlich.“ Außerdem sei das Alter keine Garantie für eine jüngere Politik, sagt Pop und spottet über einen jungen CDU-Abgeordneten: „Der ist jetzt schon so alt wie meine Mutter es nie wird.“

Die junge Frau, die derzeit an ihrer Abschlussarbeit fürs Politikdiplom sitzt, ist bei den Grünen für Jugendpolitik und Berufsbildung zuständig. Obwohl sie „mit Leib und Seele“ Politik macht, kann sich Pop vorstellen, nach der Legislaturperiode wieder ganz was anderes zu machen, zu promovieren oder im Ausland zu forschen. „Ich will nicht verbissen werden.“ Und dann zitiert sie wie zur Ermahnung an sich selbst den Grünen-Veteran Wolfgang Wieland, der mal gesagt hat: „Aus großen Idealen wurden kleine Anfragen.“

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