Unglück in Ahrensfelde : S-Bahn schließt nach Unfall technischen Defekt aus
03.08.2012 12:25 UhrNeues Abfertigungssystem geplant
Die Abfertigung durch den Fahrer ist eine Behelfsmaßnahme. Ursprünglich wollte die S-Bahn die Zugabfertiger auf den Bahnsteigen durch ein technisches System ersetzen. Kameras auf den Bahnsteigen sollten den ganzen Zug entlang Bilder auf einen Monitor im Führerstand übertragen. Vier Kameras sind jeweils vorgesehen, sie sollen immer einen sogenannten Viertelzug erfassen, der aus zwei Wagen besteht. Auf dem geteilten Monitor werden dann die Aufnahmen aller vier Kameras gemeinsam angezeigt. Der Vorteil dabei ist, dass der von der Kamera erfasste Bereich viel kleiner ist als jetzt derjenige, der dem Fahrer zugemutet wird.
Im Vorgriff auf das neue Verfahren, ZAT-FM (Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer–Fahrzeug-Monitor) genannt, hatte die damalige Geschäftsführung der S-Bahn auf zahlreichen Stationen die Aufsichten – nach Tagesspiegel-Informationen mit Zustimmung des Senats – abgezogen, ehe das System zugelassen war. Wegen Mängeln verwehrt das Eisenbahn-Bundesamt bis heute die Genehmigung. Lediglich auf vier Stationen der Ringbahn (Schöneberg, Tempelhof, Sonnenallee und Storkower Straße) wird es derzeit erneut erprobt; die Bahnhöfe Landsberger und Prenzlauer Allee sollen nach Angaben eines Sprechers noch folgen. Wann ZAT-FM eingeführt wird, ist offen.
Zuletzt hatte es im September 2010 einen tödlichen Unfall gegeben. Damals war auf dem Bahnhof Greifswalder Straße ein Mann kurz nach dem Aussteigen nach bisherigem Ermittlungsstand gegen die anfahrende S-Bahn gesprungen und mitgeschleift worden. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Auf dem Prüfstand steht dabei auch das Abfertigungssystem der S-Bahn.


















