Berlin : Unglücksmomente

Feuerwehr schrammte Wand, Streit am Telefon, Missmut in der Behörde – Freitag, der 13.

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Nun, besonders glücklich lief es nicht für jenen Kollegen der Berliner Feuerwehr, der am gestrigen Tag fast selbst Anlass für einen Einsatz der Männer in Rot beziehungsweise Grün wurde: Der Fahrer eines Rettungswagens setzte den Wagen in der Annen-, Ecke Dresdener Straße in Mitte versehentlich gegen die Wand. Zum Glück bekam der Wagen nur ein paar Kratzer ab, verletzt wurde niemand.

Freitag, der 13.? Ja, Freitag, der 13. Bei der Feuerwehr gab es gestern zwar weniger Einsätze als gewöhnlich. Nur 750 mal musste sie ausrücken. Doch unter den Alarm-Meldungen, die der Computer für den gestrigen Tag ausspuckte, waren schon einige, die mit Aberglauben zu tun haben könnten.

Der Einsatz am Gesundbrunnen, in der Sternstraße zum Beispiel. Die Hausnummer? Die lautete 13. Da hat sich ein Brandstifter selbst überführt. Pech für den Täter, Glück für die Hausbewohner. Der Mann hatte in der Nacht zu Freitag mehrfach im Keller gezündelt. Als die Feuerwehr am frühen Morgen des 13. nochmals sicherheitshalber ausrückte, waren schon wieder neue Brände im Keller gelegt. Alle Spuren führten in die Wohnung eine Etage darüber. Der Mieter wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. An einem Tag wie dem Freitag, dem 13., geben dann sogar Polizeiexperten am Rande zu bedenken, dass diese Brandstifter doch meist ganz bedauerliche Typen seien, die man manchmal „eher in den Arm nehmen könnte“ als sie zu bestrafen. In ihrer ersten Meldung wünschte die Pressestelle der Berliner Polizei „einen schönen guten Morgen und einen problemlosen Freitag, den dreizehnten“. So war es denn auch, zumindest bei der Polizei wurden keine besonders unglücklich verlaufenden Vorfälle bekannt.

Anderen machten entgegengesetzte Erfahrungen. Da liefen mitunter innerhalb einer Stunde gleich drei Dinge nicht optimal, wie bei einer Frau aus Schmargendorf. Erstes Ereignis: 9.15 Uhr in der Straßenverkehrsbehörde von Mitte. Man wollte wegen einer Kennzeichenänderung eine neue Autovignette für einen Bezirk. Der alte Aufkleber war zuvor mühsam mit einem „Vignettenschaber“ abgekratzt worden. „Ja aber, ohne den Rest können wir keine neue ausstellen. Wir brauchen die Krümel“, sagte die Sachbearbeiterin. Der Adrenalinspiegel stieg ins Unermessliche, ohne zuvor Zeit für einen Kaffee gehabt zu haben. Nach einem deutlich vernehmbaren „Das ist doch nicht wirklich Ihr Ernst“ zeigte sich die Dame dann doch kooperativ – ohne Krümel.

Ereignis zwei: Eine Viertelstunde später gab es dann erneut eine Missstimmung, diesmal am Telefon mit einem sehr engen Schweizer Freund. Eine „Versöhnung“ gab es (noch) nicht, da dieser wenig später bereits im Flugzeug von Zürich nach Sylt saß. Und dann noch das Ereignis Nummer drei, 20 Minuten später: Da trödelte ein Autofahrer im Tiergartentunnel auf der linken Spur vor sich hin. Alle anderen Autofahrer hatten es eilig. Beim Vorbeifahren zeigte der einem noch den „Mittelfinger“ und versuchte, die Spur zu schneiden. Da stieg der Puls ins kaum Messbare.

Wieder runterkommen? Kein Problem. Heute ist die Welt ja sicher schon wieder in Ordnung, an einem Sonnabend, den 14. Und wer es nochmal ganz genau wissen möchte, legt heute einfach die alte Platte von Reinhard Mey aus den Siebzigern auf: „Ankomme Freitag, den 13.“ kög/sib

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