Berlin : Unicef-Führung bekommt bösen Brief von Berliner Basis

Die ehrenamtlichen Unicef-Mitarbeiter in Berlin wenden sich jetzt in einem gemeinsamen Brief an die Kölner Zentrale. Sie sind empört über die undurchsichtigen Beraterverträge, die ihre Organisation abgeschlossen hat. Und sie sind unzufrieden mit dem Krisenmanagement nach dem Rücktritt der Deutschland-Chefin Heide Simonis. Auf den Wortlaut des Schreibens einigten sich 80 Helfer des Kinderhilfswerks am Mittwochabend hinter verschlossenen Türen im Rathaus Charlottenburg. Den genauen Inhalt wollen die Ehrenamtlichen laut Sprecherin Britta Winkelhahn zunächst nicht öffentlich machen. Offenbar jedoch besänftigen die von Unicef Deutschland bisher gezogenen Konsequenzen die murrende Berliner Basis nicht. Sie scheint den Rücktritt von Deutschland-Geschäftsführer Dietrich Garlichs zu fordern. „Irgendjemand muss die Verantwortung übernehmen“, gibt Winkelhahn den Tenor wider.

Wie aufgewühlt die Ehrenamtlichen derzeit sind, war im Vorfeld der internen Aussprache spürbar. „Früher konntest du stolz darauf sein, bei Unicef dabei zu sein“, raunzte eine Mitarbeiterin. „Wir arbeiten alle für Null“, stichelte eine andere gegen die Geschäftsführung. Bei dem zweistündigen Treffen sei es „sehr offen, sehr kritisch und sehr emotional“ zugegangen, so Winkelhahn hinterher.

Beatrice Rottka-Bensel, Leiterin der aus 300 Ehrenamtlichen bestehenden Berliner Arbeitsgruppe, will das regulär anberaumte Treffen nicht als Krisensitzung gewertet wissen. Allerdings kamen doppelt so viele Mitarbeiter wie üblich. „Noch wollen sich alle weiter engagieren“, sagt Winkelhahn. Es klingt fast wie eine Drohung an die Unicef-Führung, die aufs ehrenamtliche Engagement angewiesen ist. 2006 sammelten die Mitarbeiter in Berlin 1,2 Millionen Euro an Spenden und Verkaufserlösen aus Grußkarten.wek

0 Kommentare

Neuester Kommentar