Berlin : Universitäts-Bibliothek: Ein neues Hirn für die Wissenschaft

Nach dem großen Erfolg seines Bundestagsentwurfs baut der Architekt Norman Foster eine zweite Kuppel in Berlin. Diesmal soll die geisteswissenschaftliche Bibliothek der Freien Universität (FU) in Dahlem mit ihren 690 000 Büchern darin Unterkunft finden. Zur offiziellen Feier des Baubeginns am Freitag war auch Foster angereist.

"Urban brain" (urbanes Gehirn) nennt Foster seinen Entwurf und kündigte gleich an, dass hier kein konventionelles Gebäude zu erwarten sei. Tatsächlich sieht das Gebäude auf den Planungsskizzen aus wie ein Gehirn. Ähnlich wie die Bundestagskuppel, die zum Symbol für das neue politische Berlin geworden ist, soll die neue Bibliothek zum Symbol der Wissenschaft werden, hoffen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und FU-Präsident Peter Gaehtgens. Nach der ästhetischen Gestaltung der Bundestagskuppel setzen nun alle große Hoffnungen auf diesen neuen "architektonischen Identifikationspunkt" für den FU-Campus. Foster hat auch erneut auf geringen Energieverbrauch hin geplant.

Die Kuppel wird die Gesamtrenovierung des Gebäudes abschließen, das wegen seiner Asbestbelastung völlig umgebaut werden musste. 35 Millionen Mark soll der Bibliotheksbau kosten, 102 Millionen das Gesamtprojekt. Ein versöhnliches Vorhaben in Zeiten ansonsten heftiger Streits zwischen Senat und Universitäten um die Finanzen.

Der Neubau soll im Innenhof des als Rost- und Silberlaube bekannten FU-Gebäudekomplexes freistehend errichtet werden. Die Kuppel wird also für den Betrachter von außen aus der Silberlaube hervorwachsen. Auf fünf Etagen sollen die Bücher und Medien unterkommen. Bisher war besonders die Rostlaube für ihr heruntergekommenes Äußeres berüchtigt. "Es sollte rosten, hat aber nicht rechtzeitig aufgehört", meinte Stadtplanungssenator Peter Strieder (SPD) . Trotzdem hat Foster Ähnliches eingeplant: Die Wände aus Bronze sollen mit der Zeit Patina ansetzen. Im Frühjahr 2003 soll der Bau fertig sein.

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