Universitätsklinikum : Senat beschließt Erhalt von drei Charité-Standorten

Die Charité wird auch in Zukunft drei bettenführende Standorte haben. Die Häuser in Mitte, Wedding und Steglitz bleiben erhalten, allerdings muss die Charité 500 Betten abbauen.

Der Senat hat auf seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, den Hauptcampus Charité Mitte (CCM), den Campus Virchow-Klinikum (CVK) in Wedding und den Campus Benjamin Franklin (CBF) in Steglitz zu erhalten, wie Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sagte. Im Gegenzug wird die Universitätsklinik dazu verpflichtet, die Zahl der Betten um 500 auf 2700 abzubauen, davon die ersten 200 zum 1. Januar 2012.

Für Investitionen werden der Charité in den kommenden Jahren 330 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die hauptsächlich für den Campus Mitte genutzt werden sollen. Zöllner sagte, das Problem der Sanierung in Mitte „muss erledigt werden“. Die Bauarbeiten sollen spätestens 2012 beginnen. Über Umfang und Zeitpunkt weiterer notwendiger Investitionen, insbesondere am Campus Benjamin Franklin und auch am Campus Virchow Klinikum wird nach den Worten des Senators spätestens zur Aufstellung des Haushaltsplans 2014/2015 entschieden.

Zöllner sagte, durch den Abbau der Betten verringere sich der Investitionsbedarf. Ein Konzept hierfür solle die Charité zum 30. September vorlegen. Negative Auswirkungen des Bettenabbaus auf die Patientenversorgung befürchtet der Senator nicht. Zunächst hatte es Pläne gegeben, das Klinikum Benjamin Franklin mit seinen 1000 Betten dem landeseigenen Krankenhausunternehmen Vivantes zu übergeben.

Gleichzeitig sollte das städtische Auguste-Viktoria-Krankenhaus (AVK) mit 500 Betten geschlossen werden. Die Charité hat einen Investitionsbedarf in den kommenden Jahren von mehreren hundert Millionen Euro. Neben den drei Campi gibt es noch einen Charité-Standort in Buch.

Die Charité umfasst über 100 Kliniken und Institute, gebündelt in 17 Charité-Zentren. Mit 14 500 Mitarbeitern erwirtschaftet das Universitätsklinikum über eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Im vergangenen Jahr hat die Charité einen Verlust von 19,3 Millionen Euro gemacht. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 56,6 Millionen Euro. (ddp)

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