Berlin : Unmut in Grün

Auch Polizisten demonstierten. Einige sogar in Uniform. Sie dürfen das, wenn sie nicht im Dienst sind

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Die grünen Flaggen mit dem silbernen GdPZeichen (Gewerkschaft der Polizei) flattern überall in der Menge. Polizisten aus fast allen Bundesländern waren nach Berlin gereist, um „gegen soziale Ungerechtigkeit“ zu demonstrieren. Und „um auf die nicht mehr tragbaren Kürzungen bei der Polizei aufmerksam zu machen“, sagte ein Beamter.

Mit grünen GdP-Luftballons in der Hand marschierten sie meist in Zivil. Doch einige kamen auch in Uniform: Verboten ist das nicht, solange deutlich wird, dass die Beamten nicht im Dienst sind. Sie dürfen keine Waffe tragen. Auch Polizeiobermeister Udo R. (48) aus Berlin ist in seiner Dienstkleidung erschienen. „Ich will symbolisieren, dass auch ich als Polizist gegen die soziale Ungerechtigkeit bin, die in diesem Land herrscht.“ Genauso sieht es sein Brandenburger Kollege, Polizeihauptkommissar Bodo Böhlemann (43). Er meint: „Wenn es immer mehr Leuten finanziell schlechter geht, steigt automatisch die Kriminalität. Und das müssen wir dann ausbaden.“ Zudem könne er nicht verstehen, dass kein Nachwuchs mehr eingestellt werde. „Das führt dazu, dass die Älteren viel mehr Arbeitsbelastung haben.“

Klaus-Peter Leiste (58), Wasserschutzpolizist, ist stellvertretender Landesvorsitzender der GdP in Hamburg. Mit 50 Kollegen ist er im Reisebus nach Berlin gekommen. „Das Schlimme an der momentanen Situation ist: Es ist egal, welche Partei man nimmt, sie kürzen alle. Es muss endlich etwas passieren.“

Auch Feuerwehrbeamte dürfen übrigens in Uniform demonstrieren. Nach einer Absprache der Feuerwehrchefs der Länder müssen die Beamten lediglich ihrem Dienstherrn Bescheid geben, sagte Berlins Landesbranddirektor Albrecht Broemme.tabu/weso

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