• Unmut über neuen Zoo-Vorstand: Bisherige rechte Hand des Direktors fühlt sich übergangen

Berlin : Unmut über neuen Zoo-Vorstand: Bisherige rechte Hand des Direktors fühlt sich übergangen

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"Kommen Sie mit in den Raubtierkäfig", lockt es in der telefonischen Warteschleife des Zoologischen Gartens. Peter Rahn ist oft dort gewesen, hinter den Kulissen so zu sagen. Während seiner 28-jährigen Tätigkeit für den Zoo hat er sich Nächte um die Ohren geschlagen mit neu geborenen Orang Utans, Bären und Wölfen. Die Motivation dafür wird dem 58-jährigen Zoologen, bislang rechte Hand von Zoodirektor Hans Frädrich, künftig schwer fallen. Denn neuer Stellvertreter des Direktors ist das neue Vorstandsmitglied Heiner Klös. "Man hat mich degradiert", befindet Rahn.

Eine erste böse Überraschung erwartete ihn schon im April dieses Jahres, als der Vorstand der Aktiengesellschaft, der als hundertprozentige Tochtergesellschaft auch der Tierpark in Friedrichsfelde untersteht, von zwei auf vier Mitglieder erweitert wurde: Rahn erhielt keinen Posten. Stattdessen entschieden sich die zwölf Männer im Aufsichtsrat für Heiner Klös und Jürgen Lange, neben den Altmitgliedern Hans Frädrich und Peter Czupalla.

Nun, wo der neue Vorstand entschieden hat, den 41-jährigen Klös auch als stellvertretenden Zoodirektor einzusetzen, fühlt Rahn sich erst recht zurück gesetzt. "Jetzt können mir mehrere Leute in die Suppe spucken", während er vorher selbstständig habe entscheiden können.

Der vom Prokuristen zum Vize-Chef aufgestiegene Heiner Klös versteht die Aufregung nicht: "Niemand wurde zurück gesetzt." Zudem sei er, Klös, nicht für die Entscheidung des Aufsichtsrats verantwortlich. Dass sein Vater, der langjährige Zoodirektor Heinz-Georg Klös, in dem zwölfköpfigen Gremium sitzt, habe keinerlei Einfluss gehabt. Ambitionen, nach der Pensionierung Frädrichs in zwei Jahren Zoodirektor zu werden, dementiert Klös nicht: "Wer Vorstand wird, hat weitere Pläne." Ob sich die "Zoopolitik" unter einem Direktor Klös ändern wird, verrät er nicht.

Nach dem Chefsessel verlangte es Rahn nach eigenen Angaben schon wegen seines Alters nicht. Einen Posten im erweiterten Vorstand hatte er aber doch erwartet. "Es ist bedauerlich, wenn man statt dessen in den Schatten gestellt wird und einen Jüngeren vor die Nase gesetzt bekommt." Für ihn liege auf der Hand, dass verwandtschaftliche Beziehungen eine Rolle spielen.

"Waren Sie eigentlich mal bei den Affen?", fragt indessen munter die Stimme den arglosen Zoobesucher in der telefonischen Warteschleife, "wie die herumspringen, das ist enorm."

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