Berlin : "Unpraktikabler" Plan vom Tisch: Keine Einschnitte bei Lehrerausbildung

Susanne Vieth-Entus

Ein weiterer Vorstoß aus der Senatsschulverwaltung hat sich als Schnellschuss erwiesen: Nach heftiger Kritik von Seiten der Verbände und des Koaltionspartners CDU nimmt Schulsenator Klaus Böger (SPD) die im Haushaltssanierungsgesetz vorgesehenen Veränderungen bei der Lehrerausbildung zurück. Es bleibt bei den Einstellungsterminen im Mai und Oktober. Dies teilte Bögers Sprecher Thomas John gestern auf Anfrage mit. Nachdem Böger auch die geplanten drastischen Einschnitte bei den Personalräten, wie berichtet, nochmals "überprüfen" will, ist dies bereits der zweite Rückzieher im Zusammenhang mit dem Haushaltssanierungsgesetz.

Die Verschiebung des Ausbildungsbeginns auf Februar und August habe sich als "nicht praktikabel" erwiesen, begründete John das Umdenken. Zudem habe Brandenburg gerade erst auf die "alten" Berliner Termine umgestellt. Auch dies spreche für die Beibehaltung der bisherigen Regelung. Warum dies erst jetzt Beachtung findet, war allerdings nicht zu erfahren. John erklärte lediglich, der Vorschlag in Sachen "Referendariat" stamme vom neuen Landesschulamtsleiter Ludger Pieper.

Für besondere Empörung hatte Piepers Vorschlag geführt, wegen der Terminverschiebung 2001 nur einen Einstellungstermin für Referendare vorzuhalten. Dies widerspreche dem Mangel an Fachlehrern, da statt rund 1000 dann nur 500 Referendare beginnen könnten, hieß es in den vergangenen Tagen übereinstimmend von Seiten des Verbands der Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW) und der GEW. CDU-Schulpolitiker Stefan Schlede sprach gar von einem "absurden" Vorgang und "absoluten Witz". Einen "Skandal" für die Berufsschulen sah VLW-Sprecher Klaus Gehrmann.

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