Berlin : Unter den Wolken

Andreas Conrad

würde gerne wieder so reisen wie Charles A. Lindbergh Der erste Nonstop-Flug von New York nach Paris hatte garantiert keine Verspätung. Ein Flugplan? Nicht für Charles A. Lindbergh. Seine Nachfahren dagegen: Abhängig von den Unwägbarkeiten des modernen Flugverkehrs. Auch dieser hat abenteuerlichen Momente. Zum Beispiel wenn der Flugkapitän, wie gestern beim Flug der Lindbergh-Söhne von München nach Berlin, mitteilen muss, man habe sie in Tegel nicht erwartet – was angesichts der totalen Organisation eines heutigen Flughafenbetriebs einige Nachwirkungen gehabt haben muss, das Auschecken dauerte ewig. Lindbergh 1927 in Le Bourget dagegen: 150 000 Flugenthusiasten auf den Beinen, die alle nur darauf warteten, ihn auf den Schultern zum Ausgang zu tragen. Passkontrollen? Nicht für einen Lindbergh. Für den Weg von der Küste zur Hauptstadt hatte die Regierung sogar angeordnet, dass dem einsamen Flieger mit Leuchtfeuern heimzuleuchten sei. Wenn man also in Tegel mal wieder aufs Gepäck wartet und das Transportband streikt – lieber nicht an Lindbergh denken.

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