Berlin : Unter Geiern

Bernd Matthies

Immer auf die Taxifahrer! Keiner hat sie richtig lieb, und selbst wenn Berlin aus allen Nähten platzt wie jetzt während der Weltmeisterschaft, sind sie die Verlierer: Außer schwedischen Fans und internationalen Geschäftsleuten fährt keiner mehr mit. Schuld ist selbstverständlich der Senat, der zu viele Konzessionen austeilt; wir berichteten am Sonntag. Nur seltsam: Steht man dann an eben jenem Sonntag mit dem Koffer in der Schlange am Flughafen Tegel, sind da keine überzähligen, vom Senat unsinnig konzessionierten Taxis. Ab und zu tröpfelt mal ein Wagen herein, die Fahrgäste stürzen sich wie die Geier auf die Türen, aber keiner kapiert, ob es nun rechts oder links weitergeht, und von einer auch nur ansatzweise organisierten Warteschlange kann keine Rede sein.

Da ist es eigentlich kein Wunder, wenn die Gäste lieber in einen der zahlreich bereitstehenden Busse steigen, um die sich niemand schlagen muss. Diese Busse sind übrigens nach subjektivem Eindruck vieler Vielreisender viel neuer als das typische Berliner Taxi mit dem hoch sechsstelligen Tachostand. Und es stinkt in ihnen auch viel weniger oft nach kaltem Rauch.

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