Berlin : Unter Monstern

Ein Sammelband der Zozoville-Zeichner

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Spaßig. Die freundlichen Monster der Zozoville-Zeichner. Foto: Promo
Spaßig. Die freundlichen Monster der Zozoville-Zeichner. Foto: Promo

Eine Kartoffel mit sechs Augen gafft auf eine Milchpackung, ein blaues Wesen putzt sich verkatert die Zähne: Willkommen bei den Kreaturen von Zozoville. Die surreale Welt der kleinen Monster entsprang den Köpfen der Berliner Künstler Johan Potma und Mateo Dineen. Mit ihren Werken recyceln sie die Stadt – sie malen auf altem Holz und Metall, auf Türen, Blechdosen, Schildern. Der Verlag Onkel und Onkel in der Kreuzberger Oranienstraße 195 veröffentlichte soeben ihre gesammelten Werke in dem Buch „Make Believe“. Das könnte zum Sammelobjekt werden, und die 1000 Exemplare könnten schnell ausverkauft sein – zumal das 68 Euro teure Buch bisher Unveröffentlichtes enthält. Die jährlich im Herbst erscheinenden Kalender des Duos sind allesamt vergriffen.

Die fantastischen Wesen aus Zozoville haben eine große Fangemeinde. Sie hängen längst nicht nur in WG-Küchen, sondern zieren auch Sammlungen von Kunstliebhabern. Originale kosten mehrere 1000 Euro, Nachdrucke auf Postern und Postkarten gibt es schon ab 5 Euro. Trotz des Erfolgs verkaufen die Zozoville-Macher ihre Werke weiterhin jeden Sonntag auf dem Boxhagener Platz. Fans belagern den Stand auf dem Flohmarkt regelmäßig. „Da haben wir angefangen, da gehen wir auch weiter hin“, sagt der 36-jährige Potma. Er kam vor acht Jahren aus Holland nach Berlin, Mateo, 38 Jahre alt, ein Jahr später aus dem nahe San Francisco gelegenen San Mateo. Sie lernten sich auf einer von Mateos Ausstellungen kennen, fanden schnell heraus, dass sie ähnliche Stile und Arbeitsmethoden hatten, und taten sich zusammen. Beide studierten Illustration, Johan zusätzlich Grafikdesign.

Die beiden Wahlberliner stellen längst nicht mehr nur in Deutschland aus. Aus ihrer Zozoville Gallery in der Mainzer Straße 12 in Friedrichshain schicken sie die Monster in die ganze Welt. Gerade konnte Potma einen Agenten für Australien gewinnen. Christoph Spangenberg

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