Berlin : Unter Sternen

Morgen beginnt an der Alten Nationalgalerie die Kinosaison im Freien – mit Hoffnung auf besseres Wetter

Constance Frey

Den Wetterwunsch für die kommenden Monate haben die Macher des Museumsinselfestivals gleich zum Motto erhoben– damit erst gar keine regenwolkenschweren Gedanken aufkommen. Unter dem Stichwort „Heißer Sommer“ startet die Filmreihe des Open-Air-Festivals morgen an der Alten Nationalgalerie. Um 22 Uhr werden Kurzfilme gezeigt, der Eintritt ist frei. Am Abend darauf wird um 21.30 Uhr der DDR-Film „Heißer Sommer“ aus dem Jahr 1967 gezeigt, danach gibt es bis September an der Alten Nationalgalerie und ab Juni auch in Dahlem täglich Vorführungen, sofern kein Konzert stattfindet. Will man sich selbst Mut machen, nachdem der Sommer des Vorjahres nicht gerade ideal für Freiluftveranstaltungen war? „Wir geben nicht auf, nur weil ein Sommer schlecht war“, sagt Sabine Grunwald von den Staatlichen Museen zu Berlin, die das Festival nun schon zum sechsten Mal mit veranstalten.

Auch die meisten anderen Freiluftkino-Betreiber eröffnen an diesem Wochenende die Saison. Lediglich die Kinonächte am Pool im Sommerbad Wilmersdorf wird es nicht mehr geben. Bis jetzt liegen den Bäderbetrieben keine Anfragen für eine Kinonutzung ihrer Bäder vor.

Im Freiluftkino Friedrichshain wird heute um 20.30 Uhr der Chaplin-Film „Moderne Zeiten“ gezeigt, dazu spielt die Band „super700“ und es gibt einen Begrüßungssekt. Im Freiluftkino Kreuzberg gibt es am Freitag um 21.30 Uhr den Film „The Honeymooners“, der gerade den Publikumspreis auf dem Britspotting Festival erhalten hat. Auf der Zitadelle Spandau startet die Saison am 14. Mai um 21 Uhr mit „Gegen die Wand“, dem Berlinale-Sieger des Vorjahres. Vor dem Wetter hat Geschäftsführer Roman Colm keine besonders große Angst: „Wer sich für Open-Air-Kino entscheidet, muss sich des Risikofaktors Wetter bewusst sein.“ Wenn es kalt sein sollte, wird Colm auf der Zitadelle Sitzkissen und Decken zum Ausleihen anbieten. Für ihn ist die Kulisse ausschlaggebend. „Die Zitadelle ist im Aufwind, da passiert viel.“ Am Pfingstwochenende kommen mehrere tausend Menschen zum „Festungsbiwak“, und Colm hofft auf viele spontane Kinogänger. Passend zur aktuellen Ausstellung auf der Zitadelle will er außerdem jeden Donnerstagabend einen Film zum Kriegsende zeigen.

Für das Freilichtkino in der Hasenheide startet die Saison am 27. Mai. Gegen möglichen Regen gibt es Schirme und jetzt schon den Optimismus von Planerin Yasmin Gallus: „Natürlich haben wir darüber nachgedacht, ob wir aufhören. Aber wir würden uns nur ärgern, wenn das Wetter schön wird. Und es wird ein Supersommer, ich habe das im Gefühl.“

In Potsdam geht das Waschhaus in die bereits zwölfte Freiluftsaison, hier sieht Katja Dietrich-Kröck gelassen gen Himmel. „Wir haben ein Stammpublikum, das auch bei strömendem Regen kommt.“ Letzten Sommer saßen die Besucher bei Platzregen eben im Auto oder standen unter Riesenschirmen.

Zumindest für das erste Kinowochenende unter freiem Himmel scheint der deutsche Wetterdienst den Optimismus der Kinomacher zu bestätigen. Freitag wird es bis zu 19 Grad warm und heiter, am Pfingstwochenende soll es bei bis zu 18 Grad größtenteils trocken bleiben.

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