Berlin : Unterirdisch Parken

Berlin hat im Test Deutschlands beste Parkhäuser - nur das an der Kulturbrauerei ist mies.

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Mal eben zum Einkaufen in die Innenstadt? Gern, vor allem, wenn man schwer bepackt ist mit Einkaufstüten voller Weihnachtsgeschenke und die nicht durch den nasskalten Berliner Herbst schleppen will. Ein hübscher Anlass, die trockenen Parkhäuser zu testen, fand der ADAC – und schickte seine Prüfer los. 60 Parkhäuser in 15 Ländern wurden sozusagen zum Tüv geschickt.

Berlin schneidet gut ab, die Stadt kann sich die Gesamtnote „deutschlandweit bester Notenschnitt“ hinter den Scheibenwischer klemmen. Unterirdisch ist nur das Parkhaus an der Kulturbrauerei. Auszug aus dem ADAC-Zeugnis: „Verschmutzt, nicht behindertengerecht, nicht familienfreundlich, gefährliche Rampen, fehlende Fußwege …“ Immerhin: Es gibt einen Notruf und die Betreiber verlangten für vier Stunden zwei Euro – so günstig war kein anderes Parkhaus in Europa. Gesamtnote: „ausreichend“.

Viel teurer ist das Parken in Ku’Damm- Nähe: Im „Parkhaus am Zoo“ (zwischen Bahnhof und Theater des Westens) werden für vier Stunden acht Euro fällig, am KaDeWe sogar zehn Euro. Die beiden erhielten aber die Note „gut“, weil es Personal gibt und die Häuser recht luftig sind. Ein Blick in die Mängelliste: Am Zoo ist die Einfahrtshöhe gering (1,90 Meter), es gibt keine Toiletten, keinen EC-Automaten, keine Eltern-Kind-Parkplätze. Und am KaDeWe? Nicht gut ist beispielsweise der Bodenbelag.

Vierter im Test ist das Parkhaus am Dom-Aquarée. Note „gut“ (24 Stunden geöffnet), aber mit Abstrichen – etwa wegen fehlender EC-Automaten und Eltern- Kind-Parkplätze sowie der „nicht vorhandenen Gummilippe am Pendelbalken der Höhenkontrolle“. Zitatende. Sieger war übrigens die Tiefgarage an der Züricher Oper; Europas Tiefpunkt befindet sich an der TU in Wien. Im Herbst hatte der ADAC das Parkhaus am S-Bahnhof Köpenick als „benutzerfreundliches Parkhaus“ ausgezeichnet – es hat Radstellplätze und Wickelplätze. Kritik hatte es an dem am am Hauptbahnhof gegeben (der Eingang ist zu versteckt), dem am Europacenter (ziemlich teuer) oder rund um den Alexanderplatz (abgenutzt). André Görke

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