Unterkünfte für Flüchtlinge in Berlin : Im Sommer sollen die Modulbauten stehen

Die Ausschreibung endet heute, die Suche nach Standorten läuft. An 60 Stellen in der Stadt entstehen dann Häuser in Leichtbauweise - für bis zu 25.000 Menschen.

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Die Schlange am Lageso im Regen. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab.
Die Schlange am Lageso im Regen. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab.Foto: REUTERS

Schon im Sommer sollen die ersten Flüchtlinge in neu errichtete Modulbauten ziehen. Die Ausschreibungsfrist für die Errichtung der Bauten endet am heutigen Donnerstag. An 60 Stellen in der Stadt sollen die Gebäude entstehen und am Ende bis zu 25 000 Menschen Platz bieten. Das bestätigten Finanz- und Stadtentwicklungsverwaltung.

Modulbauten sind nicht das Gleiche wie Container, sondern werden nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung aus Betonfertigteilen gebaut und sind für eine Lebensdauer von bis zu hundert Jahre ausgelegt. Wenn sie für Flüchtlinge nicht mehr benötigt werden, könnten zum Beispiel Studenten dort einziehen, meint der Senat. Container sind auf dem deutschen Markt derzeit nicht zu bekommen.

Das Feld muss genutzt werden

Angesichts der Wohnungsnot und des steten Zustroms von Flüchtlingen muss das Land schnell Wohnraum schaffen. Die Ausschreibung für die Bauten läuft seit Oktober. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) rechnet mit verkürzten Bauzeiten von einem halben Jahr. Die Suche nach den Grundstücken für die Unterkünfte läuft und ist nach Angaben der Finanzverwaltung schon gut vorangekommen. Bis Jahresende sollen alle Standorte feststehen, damit dann schnell gebaut werden kann. Verwendet werden Grundstücke aus Bundeseigentum, solche aus Landeseigentum und auch Privatgrundstücke. In einem Aufruf hatte der Senat private Eigentümer von Grundstücken gebeten, diese zur Verfügung zu stellen.

Davon zu trennen ist die Bebauung des Tempelhofer Felds. Hier will der Senat allenfalls Traglufthallen oder ähnliche Bauten errichten, die nicht lange stehen bleiben, um den Volksentscheid gegen eine Bebauung der Freifläche nicht zu unterlaufen.

Dennoch muss das Feld genutzt werden – zum Beispiel auch für die Beschulung der rund 1000 Flüchtlingskinder, die sich in den Hangars aufhalten werden, wenn diese mit insgesamt 5000 Flüchtlingen voll belegt sind. Die umliegenden Schulen können nicht so viele Willkommensklassen einrichten wie benötigt werden. Deshalb soll unter der Regie eines freien Trägers eine behelfsmäßige Schule auf dem Gelände entstehen.

Jeden Tag rund 750 Flüchtlinge

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Am Mittwoch twitterte die Feuerwehr, sie suche Helfer für den Bettenaufbau in der Marzahner Chaussee 231. Dort wurde die Sporthalle des Oberstufenzentrums Handel II belegt. In Charlottenburg-Wilmersdorf wurde die Werner-Ruhemann-Sporthalle in der Forckenbeckstraße zur Notunterkunft hergerichtet. Auch im restlichen Stadtgebiet werden Turnhallen mit Flüchtlingen belegt, was allerdings laut dem Bürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), dazu führt, dass die Bevölkerung den Flüchtlingszustrom immer weniger akzeptiert.

Es kommen weiter jeden Tag rund 750 Flüchtlinge neu nach Berlin. Im ganzen Jahr wurden bisher 62 000 Menschen aufgenommen, allein vom 5. September bis zum 18. November fast 40 000. Die große Welle der Flüchtlinge wird im nächsten Jahr auf die Bezirksämter treffen, allein Neukölln rechnet mit 20 000 „Neukunden“.

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